Wurmfarn – wintergrün, jedoch nicht immergrün

Hinter dem Gartenschuppen sieht es jetzt im Mai immer besonders schön aus. Zwischen Goldnessel und blühendem Bärlauch, rollen sich die Wedel des Echten Wurmfarns (Drypopteris filix-mas) auf. Manche von ihnen haben etwas Koboldhaftes an sich.

Der Wurmfarn wird als «wintergrün» bezeichnet, was nicht dasselbe wie «immergrün» bedeutet. Früher oder später nämlich, je nach Wetter, werden seine Wedel im Spätherbst braun. Im Frühjahr treiben wieder neue Blätter in leuchtendem Grün aus seinem Horst.

Der Name kommt übrigens nicht von ungefähr.

Einst wurde der Wurmfarn zur Bekämpfung von Bandwurmbefall eingesetzt, doch ich möchte nicht wissen, wie oft dabei etwas schief gelaufen ist und diese «Behandlung» zum Tode geführt hat. Nämlich dann, wenn die Dosierung nicht gestimmt hat, sind doch die Blattstiele, der Wurzelstock und besonders junge Pflanzen des Echten Wurmfarns giftig. Dies ist der Grund, warum er auf Viehweiden bekämpft werden muss. So heisst es, dass bereits 25 Gramm nach wenigen Stunden für Schafe, und 100 Gramm für Rinder tödlich sind.

Für den Garten heisst es daher, bei Pflanzenfressern wie Kaninchen oder Schildkröten aufzupassen. Mit Hunden hatte ich in 40 Jahren noch nie ein Problem, die fressen wenn schon Gräser.

Der auf der ganzen Nordhalbkugel vorkommende heimische Farn ist im Garten ein wunderbares, dekoratives Element, mit seinen im Wind wippenden, gefiederten Wedeln. Am liebsten steht er im Schatten oder halbschattig. Auf der Blattunterseite befinden sich viele runde Sporenbehälter, anhand derer sich der Wurmfarn vermehrt.

Der Volksglaube sprach den Wurmfarnsamen Zauberkraft zu:

Wer sich in der Johannisnacht (23./24. Juni) ihrer bemächtige, der sei nicht nur unsichtbar, sondern auch gefeit gegen Hieb- und Stichwunden. Zudem helfen sie seinem Träger beim Auffinden von Schätzen.

So sieht der Wurmfarn bei mir gegen Ende Mai aus. Seine bis zu 120 cm hohen Wedel bilden eine wunderschöne «Pufferzone» zum Nachbargrundstück.

Obwohl er wie erwähnt giftig ist, ist der Wurmfarn doch auch eine Futterpflanze für Schmetterlingsraupen, die da wären: Achateule und Purpurglanzeule.

Als unsere Hunde die Nächte noch in der Hundehütte verbracht haben, legten wir ihnen manchmal mit Farnwedeln gefüllte Jutesäcke hinein. Der Grund war ihre ungezieferabwehrende Wirkung. Aus demselben Grund sei Wurmfarn sogar als Bettstroh verwendet worden sein.

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