Winterlich weiss – auch ohne Schnee

Auch wenn nirgends Schnee liegt und es grün ist, kann man zuweilen winterliches Weiss bestaunen. Sei es nun Raueis, auf welches ich in einem späteren Beitrag eingehen werde, oder RAUREIF.

Auf diesem Bild, aufgenommen im Dezember 2024, könnte man auf den ersten Blick meinen, es handle sich um Schnee, dabei ist es lediglich Raureif. Er bildete sich Nacht für Nacht und die Sonne vermochte ihn tagsüber an schattigen Orten nicht zu schmelzen. Auf diese Weise kam jede Nacht wieder eine neue Schicht hinzu.

Ein märchenhafter Zauber haftet den filigranen Eisgebilden an. Sie entstehen in sternenklaren, bitterkalten Winternächten mit höchstens -8° und einer relativen Luftfeuchtigkeit von über 90%. Genau diese Bedingungen waren letzte Nacht auf etwa 200 Höhenmeter über uns gegeben. Derweil wir uns unter einer «wärmenden» Nebeldecke befanden, gab es in dieser Höhenlage eine sternenklare, eisig kalte Nacht. So, dass ich heute schneeweisse Wälder in der Höhe bestaunen konnte. Als wären sie von Schnee bedeckt.

Aber wie entsteht Raureif?

Der in der Luft enthaltene gasförmige Wasserdampf macht unter den genannten Bedingungen «einen Phasensprung (Resublimation) durch und geht dabei direkt vom gasförmigen in den festen Zustand (Eis) über. Je mehr Wasserdampf in der Luft liegt, desto mehr Raureif wächst an den Pflanzen, oder eben auch auf Spinnweben, wie auf diesem Bild. Weil Raureif nur sehr langsam wächst, können sich die Eiskristalle gleichmässig ausbilden.

Diesen Winter verbrachten wir bis jetzt viel im Nebel – meistens noch begleitet von einer zügigen, bissig kalten Bise. So wie heute. – Da bin ich mal gespannt, wie es im Jänner aussehen wird, ob wir vielleicht im nächsten Monat noch mit einer Ladung Schnee beglückt werden.

Bis dann erfreuen wir uns einfach an diesem Raureifzauber. Aber Achtung, kommt die Sonne, ist es schnell vorbei mit der vergänglichen Pracht, da muss man sich also schon beeilen.

Viel Freude an den folgenden Raureifbildern in der Galerie.

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