
Späte Wintereinbrüche im März – und auch noch im April – sind nichts Neues, davon zeugen viele alte Bauernregeln. Zum Beispiel zu Lichtmess (2. Februar): «Schynt d’Sunnä in d’Kerzä, so schneits in d’Palmä»; übersetzt «Scheint die Sonne in die (gesegneten) Kerzen, wird es am Palmsonntag schneien». Und just auf den bevorstehenden Palmsonntag gab es nochmals eine zünftige Ladung Schnee.
Wahrlich «kalt erwischt» hat es die Vögel, viele von ihnen sind bereits von den warmen Überwinterungsgebieten zurückgekehrt. Der Schnee fällt mitten in die Paarungszeit und den Nestbau. Immerhin sollten um diese Zeit noch kaum Jungvögel gefährdet sein.
Was die Insekten betrifft, so werden sie geschützte Orte aufsuchen, wo sie vor der Kälte geschützt sind. Dort harren sie aus, bis es wieder wärmer wird. Schmetterlinge zum Beispiel verkriechen sich in geschützte Maurerritzen, in Schuppen oder unter Laub, wo sie nochmals in eine Kältestarre fallen. Dann gibt es den Zitronenfalter, der dank Glycerin als Frostschutzmittel sogar sehr hohe Minustemperaturen überleben kann.


Dieses Bild zeigt die eingeschneite, blühende Kornelkirsche im Garten. Es entstand gestern morgen und im Lauf des Tages kam nochmals eine Ladung Schnee obendrauf.
Ich hoffe sehr, die Blüten konnten bereits befruchtet werden, aber selbst dann: Guttun würde ihnen der angesagte Frost von 4-8 (!) Minusgraden nicht. Wie keinem der bereits in Blüte gegangenen Bäume und Sträucher.
Im Garten sind bei starkem Frost die bereits geöffneten Blüten von Kirschpflaume und dem Birnen-Spalierbaum gefährdet. Noch geschlossen sind hingegen die Blüten der Mirabelle. Vieles ist zum Glück noch nicht soweit wie in anderen Jahren, da die stets sehr kalt gebliebenen Nächte der vergangenen Wochen die Vegetation im Wachstum gebremst haben.
In der Natur habe ich bereits blühende Schlehdornsträucher gesehen, sie werden unter Umständen im Herbst wenige bis keine Früchte tragen, sollten die Blüten erfrieren.


Grundsätzlich «wärmt» der Schnee und schützt die Vegetation vor Erfrierungen bei starkem Frost. Gefährlich wird es dann, wenn er die Pflanzen nicht mehr bedeckt und es «Glanz» gibt in der Nacht. «Glanz» bedeutet bei uns das Aufklaren in der Nacht, wenn es sternenklar wird.
Nun hoffe ich ganz fest, dass die kommende Nacht nicht ganz so kalt wird, wie angesagt. Den Schnee, den werden wir noch ein paar Mal sehen im Frühling, der April kommt ja erst noch und der machte bekanntlich schon immer was er will. Mag mich sogar an Schnee im Mai erinnern, das war anfangs 80-er Jahre.
«Märzenschnee tut nicht mehr weh«, besagt eine weitere Bauernregel, trotzdem: Um diese Zeit mag man den Schnee eigentlich nicht mehr, viel lieber würde man jetzt mit gärtnern beginnen, die warme Frühlingssonne nach den vergangenen, kalten Wintermonaten geniessen. Die waren ja wirklich wieder einmal der Jahreszeit entsprechend kalt, so wie es sein sollte.
Nun freue auch ich mich drauf, bis die weisse Pracht gewichen ist und die Blumen ihre Köpfe wieder der Sonne entgegenstrecken können.
(Dieses Bild stammt übrigens vom 2. April 2022)
