
Die winteraktiven Tiere hinterlassen viele Spuren, die ihre Anwesenheit verraten: Fraßspuren, Gewölle, Losung Verstecke, Bauten sowie Fährten und Fußspuren. Heute zeige ich Spuren die der Dachs (Meles meles) hinterlässt.
Die kann man durchaus auch im Winter entdecken, denn der Dachs hält lediglich Winterruhe und keinen Winterschlaf. Die Zeit verbringt er zwar meistens schlafend in seinem gut ausgepolsterten Bau und zehrt von den im Herbst angefressenen Fettreserven. Bei milden Temperaturen jedoch wacht er ab und zu auf und wenn der Schnee nicht allzu hoch liegt, nimmt er einen kurzen Imbiss. Das können fette Larven im Erdboden sein nach denen er gräbt. Die Gelegenheit nutzt er zudem, um sich in eine von ihm gegrabene Latrine zu erleichtern (Bild in der Galerie). Danach geht er wieder schlafen.


Als Marderartige sind Dachse mit dem Wiesel nah verwandt, jedoch mit einem Gewicht um die 10 Kilogramm bedeutend grösser. Sie sind Sohlengänger (wie der Mensch und der Bär), die Unterseite ihrer als Branten bezeichneten Pfoten sind gänzlich unbehaart. Alle fünf Zehen sind vorne und hinter nach vorn gerichtet. Dabei stehen ihre starken Krallen bei der (grösseren) Vorderbrante bis zu 30 cm weit vor, bei der kleiner Hinterbrante bis 1 cm.
Vorderbranten können locker 7cm lang und 5 cm breit sein, die hinteren Branten sind 6 cm lang und 4 cm breit. Da vorne meist nicht mit der Fersenballe aufgetreten wird, erscheint der Abdruck daher etwa so lang wie breit.
Ich persönlich finde die Trittsiegel der Dachse eigentlich unverwechselbar. Dieses Bild entnahm ich einer Broschüre des Schweizer Tierschutzes, sie zeigt eine meisterliche Illustration von Ueli Iff.


Da ich bereits in meiner Kindheit mit Dachsburgen in der Nähe aufgewachsen bin, kenne ich ihre Spuren die sie überall hinterlassen, mittlerweile sehr gut: Die bereits erwähnten Latrinen, die sie eigens für Kot und Urin graben, die Stellen auf Holunderstämmen, an denen sie ihre Krallen herunterziehen oder die abgewetzten, kahlen, von vielen Dachsgenerationen benutzten Trampelpfade.
Hier seht ihr so einen typischen Trampelpfad einer grossen Dachsfamilie. Dachse sind «spurtreu» und benutzen immer dieselben Pfade, die auch die Nachkommen wieder übernehmen.
Im Gegensatz zum Eichhörnchen, dessen Spuren ich kürzlich hier gezeigt habe, ist es schon ein grosses Glück, wenn man dem nacht- und dämmerungsaktiven Dachs am helllichten Tage in freier Wildbahn begegnen kann. Aus diesem Grund kann ich euch leider noch kein Bild von einem Dachs präsentieren. «Noch», weil vielleicht bekomme ich ja mal eines geschenkt von jemandem, denn ein Abonnement bei einer Bildagentur kann ich mir nicht leisten.
Auf dem Bild seht ihr eine Vorderbrante im Grössenvergleich mit einem Hausschlüssel.


Innerhalb der Fährte überlagern sich die Fussabdrücke des Dachses oft, wie ihr anhand dieses Beispiels erkennen könnt.
Dachse haben verschiedene Gangarten, zum Beispiel den «Trab», von dem ihr ein Bild in der Bildergalerie am Schluss des Beitrages sehen könnt. Ist der Dachs im Trab, fehlte ihm oft die Deckung im offenen Gelände und er beschleunigte vom gemütlichen Zotteln auf Trab (auf der Flucht ist es der «Galopp», mit Schrittlängen von 70 bis 80 cm!)
Übrigens: Jetzt, in der Zeit zwischen Januar und März, werden die jungen Dachse geboren.





