Wenn sich Efeublätter rot-gelb färben

Diese Efeublätter waren für mich kürzlich am Waldrand ein richtiger Eyecatcher: rot-gelb, statt grün.

Dahinter stecken wieder einmal Anthocyane, also rote Blattfarbstoffe. Sie dienen dem Efeu (Hedera helix) im Winter als Sonnen- wie auch als Kälteschutz.

Im Winter bildet Efeu mancherorts sogenannte Anthocyane (rote Farbstoffe) die sowohl als natürlicher Sonnenschutz wie auch als Frostschutz dienen, sie verfärben die ansonsten sattgrünen Blätter gelb bis rot.

Die Anthocyane schützen demnach die Blätter vor intensivem Licht und grosser Kälte. So befand sich der Standort dieses mit Efeu bewachsenen Baumes nicht im Waldesinneren, sondern an einem gegen Süden ausgerichteten Waldrand, wo sowohl Kälte wie auch starke Sonneneinstrahlung auf die Blätter einwirken konnten.

Auch die Blätter dieses Efeus, am selben Waldrand, hier auf einer Kiefer (Föhre/Pinus) wachsend, sind nicht sattgrün, sondern leicht rötlich.

Es handelt sich auf diesen Bildern um junge, stark wachsende und kletternde Efeupflanzen, typischer Weise mit drei- bis fünflappigen Blättern. Im Alter von etwa fünf bis acht Jahren werden sie als «erwachsen» gelten und erst dann entstehen herzförmige bis längliche Blätter sowie kugelige Dolden mit grüngelben Blüten und schwarzblauen Früchten.

So sieht ein «erwachsener» Efeu aus, mit deutlich veränderter Blattform im Vergleich zum jungen Efeu. Das Bild stammt vom Oktober, während der Blüte.

In diesem Alter wird in Foren oft nach einer Bestimmung der Pflanze gefragt, weil der Efeu nun eine deutlich andere Blattform aufweist, als sich viele gewöhnt sind.

Solche Altersformen lassen sich gut durch Stecklinge vermehren. Am besten gelingt dies im September und bei hoher Luftfeuchtigkeit (unter Folie).

Dieses Bild ist insofern interessant, als es einen Efeu just in der Übergangsphase von der jungen zur erwachsenen Pflanze zeigt. Man sieht deutlich die Veränderung der Blätter, hin zur Form eines «erwachsenen» Efeus.

Im Hintergrund seht ihr noch eine Stechpalme, die ebenfalls bekannt für unterschiedliche Blattformen ist, ich berichtete darüber in der Vergangenheit immer mal wieder. Bei der Stechpalme haben unterschiedliche Blattformen nichts mit dem Alter, sondern mit dem Schutz vor Wildverbiss zu tun.

Hier, im Schweizer Mittelland, an der Grenze zu den Voralpen, konnten wir gestern Sonntag bei wunderbarem Sonnenschein ein richtiges Wintermärchen geniessen; zur Zeit liegen knapp 40 Zentimeter Schnee. Leider erwarten wir heute im Verlauf des Tages einen Wärmeeinbruch und Regen ist angesagt. Viele Greifvögel wären dankbar, wenn der Schnee etwas weichen würde und sie wieder Mäuse erbeuten könnten, was ihnen zur Zeit nur sehr schwer möglich ist.

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