Weibliche Haselblüten, die ersten sind schon da!

Die ersten weiblichen Haselblüten des Haselnußstrauchs (Corylus) sind geöffnet!

Im Gegensatz zu den männlichen, länglichen, gelbbraunen Haselkätzchen, sind die weiblichen Haselblüten klein und unscheinbar. Sie sind daher leicht zu übersehen, aber ein genaues Hinsehen lohnt sich unbedingt. Die weibliche Blüte besteht lediglich aus einem Fruchtknoten und wunderschön roten Narben die wie ein Büschelchen aus ihm herausragen.

Weibliche Blütenstände werden übrigens von den Insekten nicht angeflogen, da sie ihnen schlicht nichts anzubieten haben, weder einen feinen Duft noch Nektar. Und so spielt der Wind den Befruchter, er trägt die ungemein zahlreichen Pollenschwaden von geöffneten männlichen Kätzchen (ein einziges Kätzchen enthält bis zu 2 Millionen Pollenkörnern!) zu den weiblichen Blüten. Und die befanden sich just in ihrer unmittelbarer Nähe, da sie oft oberhalb der männlichen Kätzchen am Zweig «sitzen». Der Haselstrauch ist folglich einhäusig (monözisch), das heisst, männliche und weibliche Blüten befinden sich auf ein und demselben Strauch.

Bei uns sind im Moment die Weibchen der Zeit etwas voraus und die Männchen im Rückstand, denn die Schuppen ihrer Kätzchen haben sich noch nicht zur Pollenfreigabe geöffnet. Ist überhaupt erstaunlich, dass es bereits so viele weibliche Blüten gibt aufgrund der anhaltenden Minustemperaturen in den letzten Tagen. Nachts hatten wir in den letzten Tagen stets um die 7 Minusgrade und auch tagsüber mag es sich nicht über 0° zu erwärmen. In der Folge sind denn auch bereits einige der weiblichen Blüten erfroren, waren wohl etwas zu übermütig.

Ausschlaggebend ist jedoch nicht nur die Witterung, sondern auch der Standort (sonnig, schattig) aber noch viel mehr die Sorte. Das ist jedenfalls was ich beobachten kann. So habe ich am selben Standort im Garten zwei unterschiedliche Hasel: Eine «wilde» Gemeine Hasel (Corylus avellana) und gleich daneben, fast ineinander verwachsen, eine Hybride (Gemeine Hasel X Lambertshasel) und letztere ist immer in allem sehr viel früher dran. Mit der Blüte wie auch mit dem Blattaustrieb. Und so regt sich bei der Gemeinen Hasel im Moment noch überhaupt nichts, die befindet sich im tiefsten Winterschlaf.

In meiner nachfolgenden Bildergalerie seht ihr mit dem Datum der Aufnahme beschriftete Bilder von weiblichen Blüten von 2021 bis 2025. Da waren beispielsweise im Jahr 2022 die ersten bereits am 4. Jänner zu sehen, ein Jahr darauf auch sehr früh, am 9. Jänner, im Jahr 2024, dann «erst» am 30. Jänner und letztes Jahr ebenfalls gegen Ende Januar, nämlich um den 27.

Nun da bin ich ja mal auf die Haselnussernte im Jahr 2026 gespannt, hoffe, es erfrieren nicht noch mehr weibliche Blüten. Habt ihr auch schon welche entdeckt?

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