Wasserdost – ein wichtiger Spätblüher

Hier macht der Wasserdost seinem Namen alle Ehre, er wächst am Ufer eines Bachs.

Die heimische Wildpflanze ist ein starkes Insektenmagnet und eignet sich auch gut für den Garten, nicht nur an feuchten Standorten.

Mit einer gehörigen Portion Fantasie, mögen die lanzettlichen, unregelmässig gezähnten Blätter von Wasserdost (Eupatorium cannabinum) tatsächlich etwas an diejenigen von Hanf erinnern. Aus diesem Grund wird er auch als Wasserhanf bezeichnet.

Ein weiterer geläufiger Name für den Wasserdost ist zudem Kunigundenkraut. Dieser Trivialname bezieht sich auf die Heilige Kunigunde (ca. 980–1033 n.Chr.), Schutzpatronin der schwangeren Frauen und kranken Kinder. In eben diesem Anwendungsbereich ihrer Schutzbedürftigen, wurde der Wasserdost im Mittelalter als Heilpflanze hochgeschätzt.

Heute jedoch wird der Korbblütler nicht mehr als Heilpflanze verwendet. Mittlerweile weiss man, dass der Wasserdost aufgrund seines Pyrrolizidingehalts hepatoxisch und kanzerogen wirkt.*

Das aber muss die unzähligen Insekten nicht kümmern, welche die Blüten in grosser Anzahl besuchen. Vor allem Schwebfliegen aller Art (hier die Sumpfschwebfliege), Käfer und Schmetterlinge. Unter anderem das Grosse Ochsenauge, Landkärtchen, der C-Falter, Admiral oder der Distelfalter. Insbesondere die letzten beiden Schmetterlinge sind als Wanderfalter auf eine letzte «Tankstelle» vor dem Abflug in den Süden angewiesen. Um diese späte Zeit im Jahr blüht ja sonst kaum mehr was.

Und so ist der Spätblüher (Hochsommer bis Herbst) eine wichtige Nahrungsquelle für ganz viele Insekten, die sonst nicht mehr viel Blühendes vorfinden. Genauso wichtig, wie es die allerersten Frühblüher im Frühling für sehr frühfliegende Insekten sind.

Die bis zu 180 cm hoch wachsende, mehrjährige, dekorative Staude eignet sich auch bestens für den Garten, zum Beispiel als Sichtschutz, Hintergrund von grossen Beeten, wilde Ecken im Naturgarten oder am Teichrand. Wobei der Boden nicht unbedingt feucht sein muss, das kann ich bei mir im Garten beobachten, schwer jedoch sollte der Boden sein, das mag der Wasserdost.

Im Lauf der Jahre wird der aus einem robusten Wurzelgeflecht bestehende Horst zunehmend breiter und wird zu einer stattlichen Erscheinung. So wie auf diesem Bild, das ich im Garten einer lieben Kollegin aufgenommen habe. Sagt dem Wasserdost ein Standort zu, versamt er sich gerne, wird aber dabei nie lästig.

Wer eine mehrmalige Blüte, bis weit in den Herbst fördern will, erreicht dies durch das Abschneiden der wolligen Samenstände nach der Blüte.

In der Natur begegnet mir der Wasserdost öfters auf Waldlichtungen, entlang von Waldrändern oder Wassergräben und in Feuchtwiesen. Das Bild zeigt blühenden Wasserdost gegen Ende August, auf einer Waldlichtung.

Speziell am Wasserhanf, finde ich seine Blütenfarbe: Altrosa. Eine Blütenfarbe, die ich in der Natur eher selten beobachte.

Dann gibt es übrigens noch den Roten (oder Durchwachsenen) Wasserhanf, Eupatorium perfoliatum, der in Nordamerika von Kanada bis Florida und Texas heimisch ist. Er blüht weiss. Die indigenen Völker Nordamerikas kannten den Wasserdost bereits seit Jahrhunderten. Sein amerikanischer Name boneset, «Knochenheil», weist auf seine schmerzlindernden Eigenschaften bei den Knochenschmerzen des Denguefiebers hin.(Quelle: A. Vogel)

Nun wünsche ich noch viel Freude beim Betrachten der nachfolgenden Bilder.

Für meinen heutigen Beitrag benutzte Quellen: Flora di Berna, *»Heilpflanzen Praxis Heute» von Siegfried Bäumler, NABU, A. Vogel

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