Warum Bläulinge manchmal «handzahm» werden

Ich mag mich an keinen Sommer erinnern, an dem ich so viele Bläulinge beobachten konnte.

Das hat sicher auch mit dem trockenen, heissen Wetter zu tun und dem vielen blühenden Hornklee, einer der bevorzugten Pflanzen des Hauhechel-Bläulings.

Einzelne Bläuling-Arten können zuweilen richtig «handzahm» werden. Dafür gibt es einen ganz bestimmten Grund.

Wer mein Naturtagebuch regelmässig liest, weiss, dass der Gewöhnliche Hornklee (Lotus corniculatus) zu jenen Pflanzen zählt, die mit der Hitze und damit verbundenen Trockenheit in diesem Sommer besonders gut klargekommen ist.

Während die meisten Gräser in den Wiesen vertrocknet waren, blühte mitten drin der Hornklee munter weiter. Lief man an ihm vorbei, flatterten sogleich mehrere Hauhechel-Bläulinge aus der Familie der Lycaenidae auf. Sie haben eine Vorliebe für den goldgelb blühenden Hornklee. Auf diesem Bild seht ihr ein weibliches Exemplar.

Bläulinge können übrigens sehr «anhänglich» werden. Wer zum Beispiel auf einer Bergwanderungen so richtig ins Schwitzen kommt, kann das erleben. So wie ich, vor ein paar Jahren. Ständig setzte sich irgendwo ein Bläuling auf meiner Haut ab, ich war richtiggehend von ihnen umschwärmt. Was ich damals als Grund vermutet hatte, erwies sich später aufgrund meiner Recherche als richtig:

Schmetterlinge mögen nicht nur Blütennektar, sondern erweitern ihren Speisezettel gerne auch mal mit Salzen und anderen Mineralien. Die finden sie auf unserer Haut im ausgeschiedenen Schweiss. Und so kommt es, dass sie zuweilen richtig «handzahm» werden. Wobei insbesondere der hier abgebildete Silbergrüne Bläuling (Lysandra coridon) für seine «Anhänglichkeit» bekannt ist.

Hauhechel-Bläulinge in Ruhestellung. Das Bild hat mir der Naturfotograf Arnie Vogt zur Verfügung gestellt.

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