Waldmistkäfer – verwirrt Angreifer mit Zirpen

Nicht nur Feldgrillen können musizieren, auch die blauschwarzen Waldmistkäfer erzeugen Zirplaute.

Diese Käferart spielt im Kreislauf der Natur eine wichtige Rolle und kann insbesondere im September auf Waldspaziergängen häufig beobachtet werden.

Wie die Feldgrillen, können auch Waldmistkäfer (Anoplotrupes stercorosus) dank einer Schrillleiste und Schrillkante Geräusche erzeugen. Es heisst, dass, wer sie vorsichtig in die Hand nimmt und an das Ohr hält, das Zirpen hören könne, welches der Verwirrung von Angreifern dient. Wobei ich persönlich eigentlich nie ohne Not lebende Tiere in die Hände nehme. Wer zudem weiss, dass sich die hübschen Käfer mit dem metallischen Glanz nicht nur von Pilzen und Baumsäften sondern hauptsächlich von Kot ernähren, verspürt vielleicht sowieso keinen Wunsch mehr, sie zu berühren.

Mit dem Vertilgen von Hinterlassenschaften anderer sind die bis zu 18 Millimeter grossen, blauschwarz glänzenden Käfer mit den gefächerten Fühlern ein wichtiger «Player» im Naturkreislauf. Sie verwerten Exkremente und vernichten damit gleich auch darin enthaltene Parasiten und Krankheitserreger. Zudem sorgt ihre Vorliebe für den Tunnelbau für eine optimale Belüftung des Waldbodens: Waldmistkäfer graben für die Eiablage im Frühjahr Tunnel und Röhren in bis zu 80 cm Tiefe!

Wer genau hinschaut erkennt, dass die Waldmistkäfer mit hervorragenden Grabwerkzeugen ausgestattet sind: Kräftige Grabbeine mit Widerhaken und Dornen. Kürzlich war einer im Wald dicht an mir vorbeigeflogen. Aufgrund der beachtlichen Grösse und blauvioletten Farbe dachte ich irrtümlicherweise zuerst an eine Blauschwarze Holzbiene.

So sieht der Lebenskreislauf eines Waldmistkäfers aus:

Nachdem die Larven überwintert und sich im Frühling verpuppt haben, schlüpfen im Sommer die jungen Waldmistkäfer.

Diese geschlüpften Jungkäfer werden erst im darauffolgenden Sommer geschlechtsreif und somit erfolgt ihre Fortpflanzung erst im zweiten Lebensjahr.

Nach erfolgter erfolgreicher Fortpflanzung sterben die Waldmistkäfer. Ihre Lebensspanne ist somit nach der Fortpflanzung im zweiten Lebensjahr oder aber nach dem dritten Jahr, wenn keine Fortpflanzung mehr stattfindet, beendet.

Ist der Zeitpunkt des Ablebens gekommen, findet man die geschwächten Waldmistkäfer oftmals gerade im September gehäuft auf dem Rücken liegend auf dem Waldboden an. Hilft man ihnen wieder auf die Beine, kippen sie aus Schwäche bereits in kurzer Zeit erneut um. Ihre Zeit ist abgelaufen, doch die Nachfolgegeneration wird als Larve überwintern und der Kreislauf beginnt von Neuem.

Quelle: U.a. «Der Kosmos Waldführer» von E-M und W. Dreyer

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