Von Markus und der Fliege die eigentlich eine Mücke ist

Es gibt Momente im Leben, da hält man besser den Mund…

Zum Beispiel dann, wenn man wie ich, gleich dreimal in den letzten Tagen, in einen grossen Schwarm tanzender Märzhaarmücken (Bibio marci) gerät.

Der Zeitpunkt passt, denn das tiefschwarze Insekt aus der Familie der Haarmücken (keine Fliege!) wird auch als Märzfliege oder Markusfliege bezeichnet. «Markusfliege» deshalb, weil sie just um den Markustag (25. April) gehäuft in Schwärmen auftritt.

Befindet man sich unvermittelt mitten in einem Schwarm, sollte man besser den Mund geschlossen halten, denn sie fliegen einem auf dem Hochzeitsflug direkt an, auch ins Gesicht. Um sich kennenzulernen – sprich damit sich die Paare finden können – «tanzen» die Märzhaarmücken in der Luft. Dort beginnt auch die Paarung, im Flug und – das konnte ich beobachten – wird später am Boden fortgesetzt.

Auf dem Bild seht ihr rechts das Männchen mit den grossen Augen und links das Weibchen, erscheint auf dem Bild kleiner ist jedoch in Wirklichkeit einiges grösser.

Nach der Paarung legt das Weibchen an die 100 Eier in den Boden, wobei ihr die dornartig ausgezogenen Vorderschienen beim Graben in der Erde behilflich sind. Bald danach ist das kurze Leben der Märzhaarfliegen auch schon zu Ende und sie sterben. Doch die nächste Generation wächst bereits heran. Sie ist nach 35-40 Tagen geschlüpft und überwintert als Larve im Boden.

Ab Anfang März beginnt schliesslich der Kreislauf von vorne und man kann nach der Puppenruhe die ersten erwachsenen, fliegenden Märzhaarmücken entdecken. Bis im Mai noch, schwärmen sie in grosser Anzahl aus.

Auffällig ist bei den Männchen, dass sie im Flug die langen Beine hängen lassen und, interessant: Hier sind für einmal die Weibchen grösser.

Man kann die beiden sehr gut auseinanderhalten, denn nur die etwas kleineren Männchen haben auffällig grosse Augen, während die grösseren Weibchen lediglich kleine, seitlich stehende Augen und einen kleineren Kopf haben. Die Weibchen haben je nach Licht wunderschön irisierende, schwarze Flügel. Die der Männchen erscheinen eher weisslich.

Wer weiss, vielleicht seid ihr ja selber bereits einmal in einen Schwarm von Märzfliegen geraten. Menschen, die Insekten gegenüber eher ängstlich sind, nehmen dann wohl schnell die Beine unter die Arme und suchen das Weite.

ABER: Es besteht absolut kein Grund zur Aufregung oder gar Panik. Märzhaarfliegen können weder stechen noch beissen, aber sie tragen dadurch, dass sie sich von Nektar und Honigtau ernähren, viel zur Bestäubung frühblühender Obstbäume bei.

Dazu möchte ich schliesslich beitragen mit meinem Naturtagebuch: Den Menschen die Natur näher bringen, durch Informationen die Angst vor ihr nehmen, die anscheinend immer mehr in sich tragen, weil sie sich von ihr entfremdet haben. Je mehr wir aber über die Natur wissen, die grossen Zusammenhänge und den Umgang mit ihr, desto weniger bedrohlich wirkt sie. Desto mehr ist der Mensch gewillt, sie zu erhalten und schützen.

Auf diesem Bild seht ihr unten das grosse Weibchen mit den schönen Flügeln und oben, mit den grossen Augen, das Männchen.

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