Vom Mexikaner und den Kartoffeln

Die Gemüsegartensaison kann beginnen, die Beete sind parat. Wer im Garten arbeitet, hat unweigerlich immer wieder Begegnungen mit allerlei Krabbeltieren. Nicht immer nur der gefreuten Art, so entdeckte ich just beim Kartoffeln legen bereits den ersten Kartoffelkäfer. Wenn das mal hoffentlich kein schlechtes Omen ist.

Aber auch ein anderes Kerlchen ist mir auf der Erdscholle begegnet: ein Rotköpfiger Feuerkäfer.

Voilà, hier ist er, der Rotköpfige Feuerkäfer (Pyrochroa serraticornis), aus der Familie der Feuerkäfer (Pyrochroidae). Ihr findet ihn noch bis im Juni auf blühenden Sträuchern entlang von Waldrändern oder in Lichtungen, wo er sich von deren Blütennektar und Pollen, süssen Pflanzensäften und Honigtau von Blattläusen ernährt.

Seine Larve lebt unter der Rinde trockener Bäume, was auch erklärt warum er bei mir im Garten vorkommt: Gleich nebenan steht ein grosser, abgestorbener Apfelbaum.

Leider ernährt sich dieser hübsche Kartoffelkäfer (Leptinotarsa decemlineata), nicht wie der vorgängig beschriebene, sondern von der Kartoffelpflanze. Mittlerweile ist ihm auch seine ursprüngliche Nahrungspflanze, der Stachelnachtschatten (Solanum rostratum) aus Mexiko gefolgt. Die Pflanze hat unterdessen Deutschland erreicht und zählt dort zu den Neophyten. Warum aber aus Mexiko, werdet ihr euch fragen, das kommt daher, dass der Kartoffelkäfer eigentlich ein Mexikaner ist und vor langer Zeit (erste dokumentierte Sichtung stammt von 1811) von Zentralmexiko zu uns eingeschleppt worden ist.

Der Kartoffelkäfer wie auch seine Larven, ernähren sich von der Kartoffelpflanze. Er ist in der Lage, innert kurzer Zeit ganze Kartoffelfelder kahl zu fressen, was natürlich zu grossen Schäden im Anbau führt. Beliebt sind bei ihm aber auch andere Nachtschattengewächse wie beispielsweise Paprika, Auberginen oder Tomaten.

Na dann hoffe ich mal sehr, dass wir auch dieses Jahr wieder von einer grossen Plage verschont bleiben. Auf dem Bild seht ihr eine Furche die ich für die Kartoffeln gezogen habe.

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