
Heute ist der 4. Dezember, Barbaratag (Hl. Barbara), er ist verbunden mit verschiedenen Bräuchen.
Habe vorhin meinen Nachbarn auf den Kirschbaum steigen sehen, wie er Barbarazweige geschnitten hat. Gehen dessen Blütenknospen an Weihnachten in der Stube auf, bringt das der Familie Glück und Segen.
Genauso wie der Barbaraweizen, dessen Aussaat heute auf einem Teller ausgelegt wird. Ein Brauch, der in der Schweiz weniger praktiziert wird, viel eher in Ländern wie Slowenien, Ungarn, Kroatien oder Österreich.
In der Schweiz und wohl auch in Deutschland, werden am heutigen Tag Zweige von Obstbäumen geschnitten. Blühen diese an Weihnachten im Wohnzimmer, soll dies Glück und Segen bringen.
Ein weiterer Brauch, der an den heutigen Tag geknüpft ist, ist der Barbaraweizen bzw. Lucia- oder Luzienweizen, auch Weihnachtsweizen (kroatisch Božićna pšenica) genannt. Bei diesem adventlichen Brauch wird zumeist am Barbaratag (4. Dezember) oder aber am Luciatag (13. Dezember) eine Tellersaat aus Getreide angelegt. Der Brauch wird vor allem noch in Slowenien, Österreich, Ungarn und Kroatien, aber auch in Südfrankreich ausgeübt. Verwendet wird dazu meistens Weizen oder aber Gerste.


Auf meinen Homepage-Beitrag vom letzten Jahr hin, bekam ich von einem Herrn aus Deutschland folgende Rückmeldung die mich sehr gefreut hat: «Ein sehr schöner Brauch mit dem Barbaraweizen, den ich noch von meinen Großeltern her kenne, die aus Kroatien stammen.» Er wollte dieses Jahr den Brauch wieder aufleben lassen und ging dabei folgendermassen vor: «Die Weizenkörner weiche ich über Nacht bis zu 12 Stunden ein und dann werden sie auf Watte gelegt. Je nach Bedarf besprühe ich sie 1 bis maximal 2 mal täglich mit einer Sprühflasche.»
Auf dem Bild, das mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt worden ist, seht ihr solche ausgelegten Weizenkörner. In das Glas in der Mitte wird zu Weihnachten eine Kerze gesteckt und angezündet.
«Adonisgärtlein», als solches wird dieses winterliche Grün bezeichnet, das bis Weihnachten gut spriessen soll. Adonis, semitisch: adon – Herr, war ursprünglich – so wird vermutet – ein syro-phönizischer Vegetationsgott. Mit dem Barbaraweizen ist übrigens auch ein Orakelbrauch verbunden: Je nachdem wie gut diese Saat gedeiht, wird die Ernte des kommenden Sommers ausfallen.
Nachdem ich in den letzten zwei Jahren mit dem Barbarazweig Pech hatte – die Knospen gingen nicht auf – wollte ich es heuer mal mit dem Barbaraweizen versuchen. Leider fand ich aber zuvor weder Weizen noch Gerste in den hiesigen Verkaufsgeschäften. Muss mich nächstes Jahr wohl früher organisieren. Vielleicht aber klappt es ja noch bis am Lucia-Tag (13. Dezember).
Wie weit die Barbara-Bräuche heutzutage noch praktiziert werden, weiss ich nicht, finde es jedoch alleweil schön, wenn sich Junge dafür wieder interessieren. Das sind schöne Bräuche im Jahreskreislaufes die man auch gut mit Kindern ausüben kann.
Hier geht es zum letztjährigen «Barbara-Beitrag», bei dem ich im Besonderen über den Ursprung des Barbarazweigs und die Figur dahinter (Heilige Barbara) geschrieben hatte: https://natur-tagebuch.ch/vom-barbarazweig-und-dem-barbaraweizen/

haben die Reformhäuser in der Gegend keinen Weizen oder keine Gerste? Wir kaufen Weizen oder Gerste in der Naturdrogerie, die sie ihrerseits von http://www.biofarm.ch bezieht.