
Sie leuchten wieder verführerisch rot, die Früchte des giftigen Aronstabs (Arum).
Wer hat schon welche entdeckt, diese auffälligen, aufrecht stehenden kräftigen Stängel, mit fleischigen Beeren in Grün-Rot?
Hier handelt es sich um die Fruchtstände des in allen Teilen hochgiftigen Aronstabs, wir können sie unter Gebüschen, in feuchten Laubmischwäldern entdecken. Oftmals just dort, wo auch der Bärlauch wächst.
Dieses Bild stammt von heute Morgen und zeigt reifende Fruchtstände des Aronstabs. Mich fasziniert das Wechselspiel der Beerenfarbe, die je nach Reifegrad, von unten beginnend nach oben, von anfänglich Grün zu einem leuchtenden Rot wechselt.
Es ist dieses intensiv leuchtende Rot, am Schluss der Reife, das uns deutlich signalisiert: Hände weg von mir, ich bin giftig!


Wobei der Aronstab bei den alten Griechen nach Dioscorides als Aphrodisiakum verwendet worden sei. So steht es jedenfalls in «Hexenfurz & Teufelsdreck» (Haerkötter): «Man trank die Wurzel in Wein und wurde dadurch zum Beischlaf tüchtig«. Nun, vielleicht hat dann halt doch so mancher Beischlaf aufgrund einer falschen Dosis im ewigen Schlaf geendet. Wer weiss, heute jedoch leben wir nicht mehr in der griechischen Antike und wissen inzwischen dank der Forschung einiges mehr über die Pflanzen, so auch, dass der Aronstab eine äusserst giftige Pflanze ist. Für Mensch und Tier.
Ich bin aufgewachsen mit Aronstab und zwar mit dem Italienischen (Arum italicum), der Grossvater hat ihn wohl mal in den 60-er Jahren vom Tessin heimgebracht, seither vermehrt er sich mehr als mir lieb ist. Da hilft nur regelmässiges, tiefes Ausstechen.
Der Italienische Aronstab kommt in der Schweiz an Naturstandorten lediglich im Südtessin vor. Ansonsten kommt er höchstens als verwilderter Gartenflüchtling vor, wie beispielsweise hier, an diesem Waldrand, wo wohl jemand Gartenabfälle deponiert hat. Ihr erkennt den Italienischen Aronstab gut anhand seiner wunderschön dekorativ gezeichneten Blätter (Bild), wobei die nur im Winterhalbjahr vorhanden sind:
«Beim Italienischen Aronstab (Arum italicum) bilden sich die auffälligen, pfeilförmigen Blätter im Spätherbst (meist ab November). Sie bleiben den gesamten Winter über grün und sterben erst im folgenden Frühsommer nach der Blütezeit ab, um im Sommer eine Ruhepause einzulegen.» (Infoflora)


Hier zeige ich euch noch die Blätter des im Schweizer Mittelland häufig vorkommenden Gefleckten (Gemeinen) Aronstabs (Arum maculatum). Von den Flecken sehe ich aber eigentlich nie etwas. Man findet ihn in Auwäldern, feuchten Laubmischwäldern, unter Gebüschen, oft dort, wo auch der Bärlauch wächst.
Die Blätter des Gefleckten Aronstabs erscheinen je nach Witterung ungefähr ab Februar/März. Wie der Italienische Aronstab, zieht auch der Gefleckte Aronstab ab Juni/Juli seine Blätter vollständig zurück, um die sommerliche Trockenheit schadlos zu überstehen.
Wie ihr sehen könnt, habe ich das Giftgewächs, das in unserem Garten überall gewuchert hat, als Kind bestens überlebt. Der Aronstab diente meinen Grosseltern sogar als guter Anschauungsunterricht, um mich die Giftpflanzen zu lehren und davon war ich reichlich umgeben: Eiben, Goldregen oder Fingerhut, um nur einige davon zu nennen.
Wir müssen nicht alles was giftig ist, an Stauden, Sträuchern und Bäumen, aus unseren Gärten verbannen. Es hat dabei sehr viele ökologisch wertvollen Pflanzen. Viel eher sollten wir die Giftpflanzen – gerade auch als verantwortungsvolle Eltern/Grosseltern – wieder kennenlernen – zum Beispiel dank meiner Seite hier – wie auch den «unverkrampften» Umgang mit ihnen. Ich stelle immer wieder fest, dass diesbezüglich bei den letzten zwei Generationen leider sehr viel Wissen verloren gegangen ist.
Aber immerhin, das Interesse scheint wieder da zu sein, zumindest machen einem das die landauf landab häufig angebotenen Wildpflanzenkurse glauben. So, wie ich sie ja auch anbiete 😉



