Tierfährten im Schnee – das Eichhörnchen

In der Nacht auf gestern ist er endlich gekommen, der langersehnte Schnee und zwar mit Pauken und Trompeten respektive mit einem veritablen Wintersturm, der über das Land gefegt ist.

In der nächsten Woche sollen die hohen Minustemperaturen anhalten und das winterliche Weiss uns noch eine Weile erhalten bleiben. Das ist nicht nur gut für die Kinder und Wintersporttreibenden, sondern auch für die Natur.

Zudem können wir uns nun wieder im Tierfährten lesen üben, die der Schnee uns offenbart. Da wären zum Beispiel die Trittsiegel der Eichhörnchen.

Eichhörnchenfährten beginnen fast immer am Fusse eines Baumes; am Boden bewegen sie sich ausschliesslich hüpfend voran. Daher besteht ihre Fährte aus einer Abfolge des stets gleichen Trittmusters, «bei dem die Abdrücke der Hinterfüsse vor jenen der Vorderpfoten liegen. Die Vorderpfoten-Abdrücke liegen neben- und nicht hintereinander wie beispielweise in der grösseren, aber ähnlichen Hasenspur».

Also: Im oberen Bildteil seht ihr die länglichen Hinterfüsse, im unteren Bildteil die Vorderfüsse.

Trittsiegel des Eichhörnchens: Vorderpfote 3-4 cm lang, 2 cm breit, mit vier weit gespreizten Zehen. Hinterpfote 5 cm lang, 3 cm breit mit drei gleich langen Mittelzehen und je einer viel kürzeren Aussen- und Innenzehe.

Alle Zehen weisen in der Spur meistens deutlich erkennbare scharfe und lange Krallen auf. Auf diesem Bild sind sie vor allem an den Hinterpfoten gut erkennbar.

Manchmal finden wir auf dem Waldboden ganze Teppiche von abgebissenen Fichten-Kurztrieben. Das Eichhörnchen schneidet die jüngsten Triebe, an denen sich die von ihm bevorzugten männlichen Blütenknospen befinden, unterhalb des unteren Knospenquirls mit seinen scharfen Zähnen ab. Danach begibt sich das Eichhörnchen auf einen festeren Zweigsitz. Dort klaubt es mit einem seiner langen, spitzen Schneidezähne des Unterkiefers die Innereien der Knospe heraus, um sich daran gütlich zu tun. Nachher lässt es den Trieb zu Boden fallen.(Waldwissen)

Bis zu drei Fichtentriebe schafft ein Eichhörnchen pro Minute. – Überhaupt schöpfen Eichhörnchen jede Nahrungsquelle die sich ihnen bietet, ausgiebig aus. Auch wenn es darum geht, Fichtenzapfen abzunagen und zu bearbeiten, um an die Samen zu gelangen. Davon zeugt dieses Bild, das jede Menge frei herumliegende, zerfaserte Schuppenreste zeigt. Mäuse würden hingegen exakt angeschnittene Schuppen hinterlassen und sie in einem Versteck bunkern. Auch bei Nüssen kann man die Bearbeitung durch Eichhörnchen gut anhand der angekerbten und dann mit dem Gebiss aufgesprengten Nüsse erkennen.

Zum Schluss zeige ich euch noch eine wunderbare Fotografie vom Naturfotografen Edi Angelelli. Leider habe ich in meinem Garten schon längere Zeit keine Eichhörnchen mehr beim Futtern von Nüssen beobachten können.

Nun wünsche ich euch allen von ganzem Herzen einen erholsamen Sonntag und hoffe, ihr könnt die prächtige Winterlandschaft bei diesem herrlichen Sonnenschein geniessen,

Gaby Kistler

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.