Rainfarn – seine goldgelben Blüten bringen die Sonne in die Stube

Und wieder einmal hole ich mir an einem weiteren komplett verregneten, kühlen Sommertag (13°) die Sonne mit Bildern aus der Natur in die gute Stube.

Dieses Mal mit den goldgelb leuchtenden, knopfförmigen Blütenköpfchen des Rainfarns (Tanacetum vulgare) der zur Zeit gerade so schön blüht.

Ich kenne diese in ganz Europa heimische Pflanze bereits seit meiner Kindheit aus dem Garten meiner Schulfreundin. Die Familie verwendete den Absud bereits anfangs der 60-er Jahre als natürliches Pflanzenschutzmittel zur Abwehr von Läusen, Kohlweisslingen und Raupen im Gemüsegarten.

Während der Blütezeit gesammelte und in ganzen Sträussen getrocknete Pflanzen halfen einst, allerlei Plagegeister wie Mücken und Motten aus den Häusern zu vertrieben. Auch Hundehütten wurden damit desinfiziert, genauso wie Kopfläuse und Flöhe beseitigt.

Diese Anwendungen mögen auf dem starken, würzigen Geruch der Pflanze beruhen. So soll sie, in der Nähe von Kartoffelfeldern gepflanzt, beispielsweise auch den gefürchteten Kartoffelkäfer fernhalten.

Der Rainfarn, mit seinen kräftigen Stengeln und den farnähnlichen Blättern, wächst an Weg- und Waldrändern, Flussufern, auf Dämmen und Schuttplätzen, genauso wie in Gärten als dekorative Zierpflanze. Er ist Raupenfutter zahlreicher Schmetterlinge und wird gemäss Smagy von weit über 20 Wildbienenarten besucht.

Smagy schreibt aber auch über den Rainfarn:

«Die Pflanze ist giftig und kann bei Verzehr zu Erbrechen, Entzündungen von Magen und Darm bis hin zu Krämpfen, Herzrhythmusstörungen sowie Schädigungen von Niere und Leber führen. Außerdem können bei verstärktem Hautkontakt Reizungen der Haut auftreten.«

Das ist interessant, wo doch einst anscheinend die heilige Hildegard die Pflanze noch «als Zutat zu Fleisch und Kuchen erwähnt» und auch ältere Heilpflanzenbücher sie für allerlei empfehlen, von dem heute abgeraten wird.

Die erwähnte Nonne, die heilige Hildegard von Bingen, hat bekannterweise im Mittelalter gelebt und mit Sicherheit gibt es unterdessen neue wissenschaftliche Erkenntnisse über den Rainfarn, welche die Pflanze heute anders beurteilen lassen und zum vorsichtigen Umgang damit gemahnen.

Ich persönlich würde Rainfarn aber schon allein aufgrund seines Geruchs, instinktiv niemals und in keiner Form innerlich anwenden, sondern lediglich zur Vertreibung von den erwähnten Mücken, Motten, Flöhen, Läusen Kartoffelnkäfer etc.

Nun wünsche ich euch allen viel Sonnenschein in eure Herzen und grüsse aus dem verregneten Schweizer Mittelland,

Gaby Kistler

Quellen: Smagy.de, «Geheimnisse und Heilkräfte der Pflanzen»/DasBeste