Stinkende Nieswurz – grüne Schwester der Christrose

Dieses Bild stammt von gestern und zeigt eine Stinkende Nieswurz (Helleborus foetidus) in meinem Garten. Bereits im Herbst hat sie mit der Entwicklung von Blütenständen begonnen, aber erst gegen Ende Februar werden sie sich voll entfalten. Gut Ding hat Weil, sagt sich wohl diese aparte, schöne, heimische Pflanze.

Sie ist die grüne Schwester der stets weiss blühenden Christrose (Helleborus niger). Beide Helleborusarten gelten als heimisch, wobei Letztere bei uns in der Schweiz lediglich im Süden des Tessins in natürlicher Verbreitung zu finden ist.

Weil «stinkend» nun wirklich kein schmeichelnder und geschweige denn verkaufsfördernder Namenszusatz ist, wird die hier gezeigte Helleborus foetidus im Handel oftmals als Palmblatt-Nieswurz oder Palmblättrige Nieswurz bezeichnet. Sie wird als gut winterhart und auch relativ trockenheitsresistent beschrieben. Zudem vermehrt sie sich – wenn ihr der Standort zusagt – gerne durch Selbstaussaat.

Es gibt viele Gründe, sich diese aparte, hübsche Pflanze in den Garten zu holen. So ist sie nicht nur ein sehr dekoratives Gestaltungselement, sondern als Frühblüherin für viele erste Insekten im zeitigen Frühjahr eine sehr wichtige erste Nahrungsquelle.

Obwohl dieses giftige Hahnenfussgewächs – wie eingangs erwähnt – bereits im Herbst mit der Entwicklung von Blütenständen beginnt, sind ihre hellgrünen, glockenförmigen Blüten doch oft erst gegen Ende Februar vollendet. So wie auf diesem Bild vom 22. Februar. Kommt halt auch ganz auf die Witterung drauf an, ist es milde, blühen sie früher.

Mir gefallen ihre neckischen weinroten Ränder besonders gut.

Die Namensherkunft ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass die Blätter beim Zerreiben angeblich einen – für manche Nasen – unangenehmen Geruch freigeben. Mancherorts wird von einem moschusartigem Geruch gesprochen, wobei ich den Moschusduft vor allem in ganz jungen Jahren immer sehr mochte (war damals ein «Hippieparfüm», genauso wie Patchouli). Enthaltene Stoffe wirken schleimhautreizend und können Niesreiz auslösen. Aber natürlich nicht, wenn man einfach dran vorbeispaziert, dazu müsste man die Blätter schon zerquetschen.

Der immergrüne Halbstrauch bildet Triebe mit richtig festen Stämmchen die erst nach einigen Jahren zur Blühreife gelangen. Dieser abgebildete junge Trieb im Garten wird erst nächstes oder sogar übernächstes Jahr zur Blüte gelangen.

Nach erfolgter Blüte und Samenreife sterben die Triebe ab, doch die Natur sorgt vor: Aus noch ruhenden Knospen bilden sich neue Seitentriebe, die bereits im darauffolgenden Jahr wieder blühen können.

Man findet die 30-60 cm hoch wachsende Stinkende Nieswurz oft in krautreichen Eichen- und Buchenwäldern, in Gebüschen und entlang von Waldsäumen. Am liebsten ist ihr steiniger, etwas kalkhaltiger, lockerer, humoser Lehm- oder Lössboden. Das kann ich anhand der Fundorte nur bestätigen.

Am Schluss zeige ich euch in der nachfolgenden Galerie noch Bilder der beiden anderen bekannten Helleborus-Vertreterinnen: Die Helleborus niger (Christrose/Schneerose, stets nur weiss blühend!) und die in verschiedenen Farben blühende Helleborus orientalis (Lenzrose) von der es mittlerweile viele Züchtungen gibt, bis hin zu fast schwarz Blüten und immer höher wachsend. Was ich übrigens nicht als Vorteil erachte (Schneelast).

Stets nur reinweiss blühend: Die Schneerose respektive Christrose (Helleborus niger) Der Namenszusatz «niger» deutet auf ihr schwarzes, dunkelbraune Rhizom (Wurzelstock). – Hier wird sie als Grabschmuck verwendet.

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