
Die Blüten verraten es: Das Echte Seifenkraut (Saponaria officinalis) zählt zu den Nelkengewächsen. Und sein Name weist auf einen einst wichtigen Anwendungsbereich der Heilpflanze hin.
Aufgrund seiner vielfältigen positiven Eigenschaften, die der Mensch sich zu Nutzen machen konnte, fehlte die «Waschwurz» einst in keinem Bauerngarten.
Das Echte Seifenkraut wächst bei mir an allen Ecken und hat sich gerade in dieser Zeit lang anhaltender Trockenheit als trockenheitsresistent erwiesen. Während viele Pflanzen inzwischen schlapp machen, blüht es munter weiter.
Aufgrund seiner positiven Inhaltsstoffe und entsprechenden Eigenschaften, durfte das Seifenkraut einst in keinem Bauerngarten fehlen. Der Trivialname «Waschwurz» deutet auf einen der vielen Anwendungsbereiche dieser wertvollen Staude hin. Ihre Wurzeln weisen einen hohen Gehalt an Saponinen auf, und die bilden bei Kontakt mit Wasser eine seifige, schaumige Lösung. Weitere Pflanzen mit einem hohen Saponingehalt sind zum Beispiel Efeu und die Schlüsselblume.
Da hatten die Menschen demnach mit dem Seifenkraut im Garten, ein kostenloses, natürliches Waschmittel, gleich vor der Haustüre. Aber nicht nur das:


Auch für Haut und Haare kann die waschaktive Wirkung der Pflanze genutzt werden: «Ein Seifenkraut-Sud ist ein natürliches, kopfhautschonendes Shampoo, und als Seifenersatz reinigt er die Haut gründlich, ohne dem natürlichen Hautschutz zu schaden.»
Gute Dienste leisten täglich angewandte Spülungen mit Seifenkraut-Sud zudem bei «von Pilzen oder Flechten verursachten Hautleiden, bei Akne oder bei Schuppenflechte». Wobei je nach betroffener Körperregion auch Umschläge gemacht werden können.
Bei innerer Anwendung des leicht giftigen Seifenkrauts ist Vorsicht geboten, da «die Saponine bei längerer Einnahme, oder in zu hoher Dosis auch Magen, Darm und Leber reizen.» Zudem kann es bei einer Einnahme grösserer Mengen zu Erbrechen und Übelkeit führen.
Flora di Berna schreibt, dass es sich beim Echten Seifenkraut ursprünglich um eine aus dem west-asiatischen Raum stammende Pflanze handelt, die mittlerweile aber längst als einheimisch gilt und von den Menschen bereits seit Jahrhunderten als Wasch- und Heilpflanze genutzt wird.
Die Staude wird je nach Standort bis zu 70 cm hoch und erfreut über mehrere Monate hinweg (Juni-Oktober) mit seinen rosa bis weissen Blüten. Insbesondere am Abend verströmen sie einen leichten Duft der Nachtfalter anzieht. Aber auch tagsüber werden die Blüten gerne von Insekten besucht. Das Bild zeigt einen Zottigen Bienenkäfer im Anflug, eines meiner absoluten Lieblingsbilder.
Und wichtig: Samenstände im Herbst wenn möglich stehen lassen. Die Vögel, insbesondere Bergfinken, lieben sie, ihr findet davon ein Bild in der Galerie.


Was den Standort betrifft, so ist das Seifenkraut ziemlich anspruchslos, auch in Bezug auf den Boden. Da sich der kräftige Horst jedoch über Ausläufer ziemlich stark zu vermehren vermag, wird empfohlen, einen Standort an einem Gehölzrand oder in einer «wilden Ecke» des Naturgartens zu wählen.
Am besten gefällt es dem Seifenkraut an der Sonne, das kann ich bestätigen. Die Staude kann aber durchaus – wenn es denn sein muss – auch an schattigeren Orten gedeihen, nur wird es sich dann wohl nicht zu seiner ganzen Pracht entwickeln, weil dort seine Kraft mit der Zeit nachlässt.
Findet ihr nicht auch, dass das heute vorgestellte Seifenkraut stark an Phlox (Flammenblume) erinnert? Tatsächlich wird es auch schon mal als «heimischer Phlox» bezeichnet, obwohl die beiden nicht einmal miteinander verwandt sind. Der Phlox zählt zur Familie der Himmelsleitergewächse (Polemoniaceae) und das Seifenkraut wie eingangs erwähnt zu den Nelkengewächsen (Caryophyllaceae).
Nächstens werde ich das mit den Wurzeln und dem Waschmittel mal ausprobieren, sobald ich Zeit dazu finde. In diesen Tagen bin ich stundenlang am Einkochen respektive Haltbarmachen verschiedenster Gartenfrüchte (Gemüse und Obst). Gestern verarbeitete ich mehr als 7 Kilogramm Tomaten zu Sugo.
Soviel für heute, es folgen nun noch ein paar Seifenkraut-Bilder in der Galerie, darunter eines, welches ein schönes Duo zeigt: Seifenkraut und Blutweiderich.

Quellen: LAND-Apotheke Dr. Alexandra Magnussen / Flora di Berna, Infoflora


