
Die Wiesenschafgarbe ist nicht zimperlich was den Standort betrifft und so trifft man fast überall auf den hübschen Korbblütler: In allerlei Wiesen, von mager bis fett, an sonnigen wie auch an schattigen Standorten und oft, wie auf diesem Bild, an Weg- oder Waldrändern.
Die Schafgarbe blüht fast immer weiss, eher selten in rosa Farbtönen.
Bei der Anwendung der grossen Heilpflanze gilt es einiges zu beachten.
Die Gemeine Schafgarbe (Achillea millefolium) ist kaum mit anderen Pflanzen zu verwechseln, mit ihren fein fiederschnittigen und wechselständig angeordneten Blättern, sowie den zahlreichen kleinen Blütenköpfchen in der endständigen Doldenrispe. Guckt man genau hin, sieht man, dass jedes einzelne Blümchen aus vier bis sechs Zungen- und mindestens genau so vielen Röhrenblüten besteht. Zur Blütezeit ragen goldige Griffel daraus hervor. Nachdem die Blütenstände bestäubt worden sind, bilden sich eiförmige Früchtchen.


Die Zungenblüten der Schafgarbe sind fast immer weiss, in seltenen Fällen aber können sie auch in rosa Farbtönen vorkommen. So, wie auf diesem Bild.
Für den Garten gibt es Züchtungen, diese kultivierten Sorten blühen in Gelb oder tiefem Rot- bis Purpurrot. Zum Beispiel die Achillea millefolium «Pomegranate». Ihr seht davon ein Bild in der Bildergalerie am Schluss des Beitrags. Diese kultivierten Arten würde ich persönlich jedoch, so schön sie auch sein mögen, nicht zu Heilzwecken verwenden. Sie können der hier vorgestellten Wiesenschafgarbe punkto Heilkraft niemals das Wasser reichen.
Bereits im Altertum war die Schafgarbe bei den Germanen als Heilpflanze bekannt, zudem bei den indigenen Völkern Amerikas, wie auch in China. Es existieren unglaublich viele Volksnamen, wohl weit über 50, je nach Region. Ein Name, den der Volksmund für die Schafgarbe gefunden hat, ist beispielsweise Bauchwehkraut. Diese Bezeichnung deutet denn auch grad auf einen ihrer vielen Anwendungsbereiche hin. Sie kann aber auch – wie der Wegerich – bei Insektenstichen und – bissen aufgelegt werden (zerquetschte Blätter). Ist immer gut zu wissen, wenn man unterwegs gestochen wird und vielleicht grad kein Wegerich zur Hand ist.


Für was und vor allem wie ihr diese grosse Heilpflanze anwenden könnt, diese Informationen findet ihr auf zahlreichen, auf Heilpflanzen spezialisierten Seiten. Nicht immer aber erwähnen diese Seiten auch, dass der Umgang mit der Schafgarbe als Heilpflanze einiges an Grundwissen über ihre Inhaltsstoffe und richtige Anwendung voraussetzt. So enthält die Schafgarbe nicht nur der Gesundheit zuträgliche Gerbstoffe, Flavonoide und das sogenannte Blauöl, welches auch in der Kamille enthalten ist. Sie enthält auch Furanocumarine und wird deshalb zum Beispiel von einigen Menschen äusserlich angewendet nicht vertragen.
Und: Wird die Schafgarbe über längere Zeit innerlich eingenommen, kann es zu Verstopfung, trockener Haut und trockenen Schleimhäuten kommen. Aufgrund der Gerbung der Darmschleimhaut kann die Aufnahme einiger Arznei- und Mineralstoffe wie zum Beispiel von Eisen, zudem verringert werden. Eine zu hohe und zu lange Einnahme kann auch zu Magenreizungen und Leberschäden führen.
Das soll nun aber niemand davon abhalten, diese wertvolle Heilpflanze zu nutzen. Richtig angewendet ist die Schafgarbe ein sehr wertvoller Schatz in jeder Haus-Kräuterapotheke.


Den Gattungsnamen Achillea hat die Schafgarbe Achilleus, dem sagenhaften Helden des Trojanischen Krieges zu verdanken. Millefolium, also tausendblättrig, deutet auf die Vielzahl der Zipfel an den Blättern hin. Wobei natürlich 1000 masslos übertrieben ist.
Einst wurde die getrocknete Pflanze zum Färben von Wolle verwendet. Sie musste jedoch vor dem Gelb färben noch mit Alraunen gebeizt werden.
Die Gemeine Schafgarbe eignet sich mit ihren dekorativen Blättern, der langen Blütezeit und Anspruchslosigkeit auch gut für den Garten. Dort zieht sie mit ihrem aromatisch feinen Duft zahlreiche Insekten an. Ein weiterer Pluspunkt, der für mich stets ein wichtiges Kriterium ist: Die Schafgarbe ist absolut schneckenresistent.
Übrigens: Unter dem Begriff «Wiesenschafgarbe» finden sich sieben Arten. Sie sind sich alle sehr ähnlich und lassen sich daher nur schwer voneinander unterscheiden. In den Alpen hatte ich einst das Glück, die hier abgebildete Moschus-Schafgarbe (Achillea moschata) fotografieren zu können. Sie kommt vor allem in den Ostalpen vor.







Ein Kommentar bei: “Schafgarbe – fast immer in weiss, selten in rosa”