Ringelblumenöl selbst gemacht

Während das Johannisöl bereits eine wunderschön rubinrote Farbe angenommen hat, steht nun die Herstellung des Ringelblumenöls an. Damit stelle ich später meine Ringelblumensalben her.

Ich bevorzuge auch beim Ringelblumenöl den Kaltauszug. Er benötigt zwar mehr Zeit, doch «Gut Ding hat bekanntlich Weil» und dieses Verfahren ist sehr schonend. Die Wirkstoffe werden dabei bestmöglich ausgelöst und bleiben zudem erhalten.

Für 100 ml Basisöl (Oliven-, Jojoba-, Mandel-, Sonnenblumenöl etc.) benötigt ihr 10 – 12 voll aufgeblühte Ringelblumenblüten.

Wichtig: Die Blüten sollten an einem sonnigen, trockenen Tag, am besten zwischen 13 und 15 Uhr geerntet werden. Zuerst breite ich sie jeweils auf einem weissen Tuch aus, damit allfällige Insekten noch das Weite suchen können. Nach ein paar Stunden klopfe ich jede Blüte gut aus und zupfe dann die Blütenblätter vom Blütenboden weg.

Die gezupften Blütenblättchen kann man zum trocknen auf mit Backpapier ausgelegte Bachbleche auslegen oder aber auf Haushaltspapier. Vollständig getrocknete Blütenblätter verringern die Gefahr, dass enthaltene Restfeuchtigkeit das Öl zum gären und damit zum kippen bringen kann. Das ist mir einmal passiert, dass das Öl schimmlig geworden ist, seither verwende ich nur noch vollständig getrocknete Blütenblätter.

Sauberes Arbeiten ist sehr wichtig, so sollten die verwendeten Flaschen, Gläser und Deckel am besten sterilisiert werden. Ansonsten wird die Haltbarkeit verkürzt und das Öl kann schimmlig werden.

Die vollständig getrockneten Blütenblättchen werden nun in ein Öl eurer Wahl (ein paar Worte dazu am Schluss) eingelegt, dazu würde ich Gläser mit einer weiten Öffnung und Schraubverschluss verwenden.

Den Kaltansatz mit den eingelegten Blütenblättern im Öl lasse ich nun mindestens 2 Wochen an einem dunklen, kühlen Ort ziehen. Wer Zeit hat, schüttelt ihn täglich zweimal gut durch. Auf diese Weise kann das Öl die Wirkstoffe der Ringelblumen möglichst gut aufnehmen.

Nach frühestens 2 Wochen ist das Ringelblumenöl fertig und muss nun noch durch ein feines Mulltuch oder einen Kaffeefilter abgeseiht werden. Da dieses Öl oder die später daraus hergestellte Salbe auch auf offene Wunden aufgetragen wird, ist wichtig, dass das Öl wirklich gut von jeglichen Rückständen gefiltert wird.

Ringelblumen-/Calendulaöl wurde schon immer unterstützend bei der Wundheilung verwendet und ihre Wirkung wurde inzwischen auch immer wieder wissenschaftlich bestätigt: entzündungshemmend, antiseptisch (gegen Viren und Pilze), blutreinigend. Dementsprechend kann sie bei kleineren Wunden wie Hautabschürfungen und bei Sonnenbrand verwendet werden, aber auch bei der Heilung von Narben wird ihr eine grosse Wirkung zugesprochen.

Bei grösseren Verwundungen und Verbrennungen muss immer ein Arzt konsultiert werden.

Zur Auswahl des Öls: Ich verwende seit Längerem stets das leichte, geruchsarme Sonnenblumenöl. Es zieht gut ein und pflegt ohne einen Fettfilm zu hinterlassen, ist geeignet für normale, fette oder Mischhaut. Es wirkt leicht desinfizierend und enthält viel Vitam A, C, D und E. Mandelöl: Ist preislich einiges teurer als das Sonnenblumenöl und ebenfalls ein wunderbares Öl für die Haut: Es wirkt reizlindernd, pflegend, schützend und ist besonders geeignet für trockene Haut die zu Rissen, Ekzemen und Schuppen neigt. Jojobaöl ist der Rolls-Royce unter den Ölen vom Preis her gesehen und eigentlich ein flüssiges Wachs, das aus der Nuss eines 2-3 Meter hohen Baumes aus den USA und Mexiko gewonnen wird. Es dringt gut in die Haut ein, wirkt entzündungshemmend und eignet sich zur Behandlung von Ekzemen. Rapsöl: Ist sehr gut geeignet für empfindliche Haut, sorgt für Feuchtigkeit und ist als einheimisches Öl auch aus ökologischer Sicht sehr empfehlenswert. Olivenöl wirkt heilend und entzündungshemmend, zudem ist es ein sehr gutes Öl für Allergiker. Leinöl ist sehr hautpflegend und bestens für trockene Haut geeignet. Distelöl: Ein leichtes hautpflegendes Öl und sehr empfehlenswert für fette Haut und Mischhaut. Kokosnussöl ist gut bei rissiger oder spröder Haut, kann jedoch bei sehr hohem Kokosanteil (über 30%) die Haut zu sehr austrocknen.

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