
Einige von euch mögen vielleicht die Rinderbremsen kennen. Aber wer weiss, wie Rinderfliegen aussehen?
Ich finde sie hübsch und zwar beide Arten, die Mittags-Rinderfliege (Bild/Mesembrina meridiania) wie auch die Hummel-Rinderfliege (Mesembrina mystacea). Letzte wartet noch mit einer Besonderheit auf.
Die hier abgebildete Hummel-Rinderfliege (Mesembrina mystacea) macht auf Hummel. Damit bezweckt die Fliege, dass sie von allfälligen Fressfeinden mit den durchaus wehrhaften Hummeln (Bombus) verwechselt wird.
Damit ist sie die einzige Hummel-Mimikry (Hummel-Imitierenden) unter den in Westeuropa vorkommenden Mesembrina-Arten. Eine weitere Bezeichnung für diese Art ist Schnurrbartfliege.


Auf den ersten Blick ähnelt sie der Hummel-Waldschwebfliege (Volucella bombylans), doch sie wurde mir eindeutig als Hummel-Rinderfliege bestimmt.
Diese Bilder entstanden im September an einem Waldrand, auf einem Parasolpilz.
Es war bisher das einzige Mal, dass ich eine Hummel-Rinderfliege gesehen habe, da kommt die Mittags-Rinderfliege bei uns weitaus häufiger vor. Und gestern machte die auch als Mittagsfliege bezeichnete Fliege ihrem Namen alle Ehre.
In der Mittagszeit begegneten mir am Waldrand zahlreiche Mittagsfliegen (Mittags-Rinderfliegen), sie sonnten sich auf dem Waldweg. Aber auch auf unserem Balkongeländer sonnen sie sich in diesen Novembertagen gerne. Ist sie nicht hübsch, mit ihren gelben «Socken»? Deutlich sichtbar auch ihre charakteristische, orange gefärbte Unterseite ihrer Flügel.
Beide hier vorgestellten Rinderfliegen sind Mitglieder aus der Familie der Echten Fliegen (Mustacidae). Viele Mitglieder aus dieser Familie tauchen nun an diesen vorläufig letzten warmen, sonnigen Tagen an Hausfassaden auf und tanken Sonne.


Rinderfliegen ernähren sich hauptsächlich von Nektar. Die Larven hingegen leben von organischem Material, zum Beispiel Abfälle, Fleisch, Kot und andere organische Stoffe. Nun liegt es auf der Hand, dass diese Fliegen folglich auch oft dort sind, wo es Rinder und entsprechend viel Kot hat.
Entgegen einiger Quellen die von Oktober sprechen, kann ich sie doch oft bis weit im November hinein beobachten. Ist natürlich witterungsabhänig, zur Zeit geniessen wir ja wieder einmal eine für den November typische warme Föhnphase (Martinisommer).
Mit diesem typischen Novemberbild, das auch gut zu den heute vorgestellten Rinderfliegen passt, verabschiede ich mich für heute und wünsche euch von Herzen ein erholsames Wochenende. Geniessen wir diese letzten geschenkten warmen Föhntage, bevor der Winter nächste Woche vorerst mal sachte an unsere Türen klopft.
Gaby Kistler
