Rindenspringspinne – eine der grössten ihrer Art

Darf ich vorstellen, das ist die Rindenspringspinne. Sie erreicht eine Grösse von bis zu einem Zentimeter und zählt damit zu den grössten der heimischen Springspinnenarten.

Kürzlich beobachtete ich sie nach erfolgreicher Jagd auf einen Weberknecht.

In meinem Naturtagebuch gibt es nicht immer nur «schöni Blüemli» zu sehen, nein, immer wieder zeige ich beispielsweise auch Tiere, die bei vielen von euch auf der Beliebtheitsskala vielleicht nicht gerade zuoberst stehen. Das kann dann – wie nächstens – auch mal eine heimische Schlange sein, die ich euch vorstelle, oder wie heute, eine faszinierende Spinnenart: Die Rindenspringspinne (Marpissa muscosa). Hier seht ihr sie nach erfolgreicher Jagd auf einen Weberknecht. Vielleicht ist sie gerade damit beschäftigt, ihm mit ihren Klauen ein lähmendes Gift zu injizieren.

Ich war gerade am Vorübergehen, als ich im Seitenblick Zeugin dieses «Dramas» wurde. Zuerst sah ich nur eine Menge Beine, viel zu viele Beine für eine Spinne, dachte ich. Dann entdeckte ich bei genauem Hinsehen, dass es sich hier um eine Jägerin und ihre Beute handelt.

Die Spinne hat – ganz ihrer Familienzugehörigkeit (Springspinnen) entsprechend – einen Weberknecht im Sprung erbeutet. Dass die Rindenspringspinnen Insekten jagen, die viel grösser sind als sie, kommt öfters vor.

Zu den Lebensräumen der Rindenspringspinne zählen vor allem Baumstämme, respektive die Rinde älterer Bäume, alte, zersplitterte Holzzäune, Bretterwände oder Holzstapel. Im Lauf der Zeit hat sie ihr Habitat zunehmend in den Siedlungsbereich ausgedehnt. So findet man sie – wie in meinem Beispiel – durchaus auch auf dem Mauerwerk an Häusern. Im Spalt zwischen Garagentor und Mauer, wird sie wohl ihr Wohngespinst angelegt haben.

In der Regel legt sie dieses unter der Rinde abgestorbener Bäume an, oder eben auch in Hohlräume aufgesplitterter Holzzaunpfähle. In ihrem natürlichen Lebensraum – nicht wie hier, auf einer hellen Mauer – ist die Rindenspringspinne kaum zu sehen, so gut ist sie farblich getarnt.

Rindenspringspinnen können uns zwar mit ihren Klauen kurz kneifen, wenn wir sie arg in Bedrängnis bringen, aber das war’s dann auch schon.

Jetzt, im Mai, ist übrigens die Hauptzeit, in der sich die Rindenspringspinnen fortpflanzen.

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