Anisbrötli, hergestellt mit Anisteigrolle nach (Ur-)Grossmutterart.
Wie so vieles entdeckte ich diese (antike) Anisteigrolle in einem Brockenhaus. Mit ihr lassen sich wunderschöne Anisbrötli herstellen. Ich verwende denselben Teig wie für die Chräbeli (Springerle).
Wie bereits seit 40 Jahren, stelle ich auch dieses Jahr wieder meine Beinwellsalbe her. Bald stehen günstige Tage für die Wurzelernte beim Beinwell (Wallwurz/Symphytum) an.
In diesen Tagen des Novembers sieht die Heilpflanze nicht mehr aus wie auf dem Bild. Zu diesem späten Zeitpunkt im Jahr sind die Kräfte von den oberen Pflanzenteilen bereits in die unterirdischen Teile, die Wurzeln, zurückgekehrt. Die Blätter sind jetzt grösstenteils bereits gelblich-braun und am Absterben. Der ideale Zeitpunkt für die Wurzelernte.
In vielen Gärten wachsen Garten-Ringelblumen (Calendula officinalis), aber viele Gartenbesitzer wissen gar nicht, was sie für einen wertvollen Schatz haben: Eine seit dem 12. Jahrhundert bekannte, altbewährte Heilpflanze, mit der sich auf einfache Weise eine Salbe herstellen lässt, die Calendula-Salbe.
Wollt´ ich ein Bauerngehöft finden, ohne einen Schwarzen Holunder (Sambucus nigra), ich hätte dazu zumindest in unserer Region mit Sicherheit keine Chance. Er ist die Zierde jedes Bauernhauses, jeder Scheune und spielte einst in Glaube und Volksbrauchtum eine grosse Rolle. Noch heute beliebt sind seine Köstlichkeiten in der Küche und Anwendungen in der Heilkunde.
Übermorgen, am 17. April, ist es in vielen Ländern noch heute Brauch, eine sogenannte Grüne Suppe, die «Gründonnerstagssuppe» zu essen. Je nach Region respektive lokaler Überlieferung, kann sie aus einer bestimmten Anzahl Kräutern bestehen. In Frankfurt spricht man von der «Grünen Soße».
Für die Herstellung einer solchen Gründonnerstagssuppe eignet sich eine Vielzahl von Wildpflanzen.
Zur Zeit bin ich fast jeden Tag damit beschäftigt, den Sommer und seine Geschenke, die er für unsere Hausapotheke und den Vorratskeller bereithält, dankbar zu verwerten.
Im Garten blühen bei uns seit meiner Kindheit in den 60-er Jahren sehr viele Ringelblumen. Da ich sie versamen lasse, musste ich noch nie welche säen. Sie wachsen hauptsächlich entlang des Nutzgartens, wo sie eine Schneckenbarriere bilden.
Das schwül-warme, sonnige Wetter hat bei mir den Ausschlag gegeben, die Blüten zu zupfen und zum Trocknen auszulegen. Dies, bevor die Pflanzen von Mehltau befallen und damit unbrauchbar werden. Das Trockengut (ich verwende wegen der Schimmelgefahr keine frischen Blüten) lege ich in Öl ein und lasse dieses 6 Wochen ziehen. Aus dem fertigen Ringelblumenöl gibt es dann zusammen mit Bienenwachs als Konsistenzgeber wunderbare Ringelblumensalbe (Calendula).
Kürzlich wurde ich gefragt, warum ich nur die Blütenblätter verwende, nicht aber das ganze Blütenköpfchen. Meine Antwort darauf lautete, dass die Blütenblätter schneller trocknen, als die ganzen Blütenköpfe. Heilkräftig sind jedoch natürlich nicht nur die Blütenblättchen sondern die ganzen Blütenköpfe. Früher stellte ich ja die Salben mit den ganzen, frischen Blütenköpfen her. Damit ich jedoch auch im Winter, wenn die Nachfrage gross ist, noch Ringelblumensalbe herstellen und auf die getrockneten Blütenvorräte zurückgreifen kann, bin ich zu dieser Methode übergegangen.
Auch vom Verwenden von frischen Ringelblumenblüten für das Ansetzen im Öl bin ich wie bereits erwähnt, weggekommen, da mir einmal ein Öl gekippt, respektive schimmlig geworden ist. Die Gefahr ist einfach gross, dass das passiert, weil frische Pflanzenteile doch noch immer viel Restfeuchtigkeit enthalten. Nun dauert es halt etwas länger: zuerst Blüten trocknen, dann ein paar Wochen in Öl einlegen, bevor das fertige Ringelblumenöl zur Salbenherstellung verwendet werden kann.
Ebenfalls in meine Hausapotheke gehört seit 1985 das Rote Gold, das Johanniskrautöl, hergestellt mit Blüten des Echten Johanniskrauts (Hypericum perforatum, das mit den durchstochenen Blättern/Bildergalerie). Da ich dafür ebenfalls stets zahlreiche Abnehmerinnen im Freundeskreis habe – nicht nur vom Johannisöl, sondern auch von der damit hergestellten Rotölsalbe – stelle ich davon grössere Mengen her. Die altbewährte Heilpflanze wächst an verschiedenen Orten im Garten und so kann ich täglich ein paar zusätzliche Blüten zupfen gehen.
Auf diesem Bild seht ihr links einen Johanniskraut- und rechts einen Ringelblumentinkturansatz. Jedes Jahr setze ich von diesen beiden Pflanzen auch Tinkturen an. Sie sind einfach herzustellen: Pflanzengut in 40%-igem Alkohol ansetzen (ich verwende dazu Vodka). Der Grund für die zusätzliche Tinkturherstellung ist der, dass ich je nach Verwendungszweck, manchmal keine Salbe, sondern lieber eine Tinktur anwenden möchte.
Aber nicht nur die Hausapotheke will jetzt wieder aufgefüllt werden, auch der Vorratskeller. Und so habe ich diese Woche Süss-Saures Gemüse mit Zucchetti, Peperoni und Zwiebeln eingelegt.
In mageren Wiesen oder entlang von Waldrändern, beginnt das Johanniskraut (Hypericum perforatum) zu blühen. Wir gehen ja auch bereits in grossen Schritten auf «Johanni» zu (24. Juni, Gedenktag des Heiligen Johannes des Täufers). Die auch als Hartheu oder Tüpfeljohanniskraut bekannte Heilpflanze blüht stets um die Sommersonnwende. Sie findet dieses Jahr am 20. Juni um 22.40 Uhr statt.
Es ist noch gar nicht lange her, da sind sie – wie hier kürzlich gezeigt – wie rote Kerzen auf den Fichtenzweigen gestanden. In der Zwischenzeit haben sich aus den befruchteten weiblichen Blüten stattliche Zapfen entwickelt.
So lange sie noch rot, respektive grün sind, können die Zapfen der Fichte respektive Rottanne (Picea abies) für die Herstellung einer Salbe verwendet werden.
Viele kennen die Luzerne (Medicago sativa) vielleicht als Alfalfa. Ihre Sprossen sind ausserordentlich gesund, sie gelten als wichtige Proteinquelle und «wahres Vitalstofflager». Aus diesem Grund werden Alfalfa-Sprossen von manchen zuhause gleich selber gezogen, so stehen sie stets frisch zur Verfügung.
Kürzlich habe ich unweit von meinem Daheim, eine Luzerne angetroffen und mich in der Folge etwas mit diesem, zur Familie der Hülsenfrüchtler gehörende Gewächs, befasst.
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