Dieses Video zeigt einen sonnigen, felsigen Südhang, ganz in meiner Nähe. Dieser ist zurzeit purpur-lila eingefärbt und Grund dafür ist
der wilde Bruder des Echten Thymians: Der Quendel (Thymus serpyllum).
Vom sonnenhungrigen, auch als Feld- oder Sandthymian («Chölm») und Feldkümmel bezeichneten zarten Kräutlein, existieren verschiedene, oft nur regional vorkommende Kleinarten. Sie alle werden jedoch aufgrund ihrer wertvollen Inhaltsstoffe wohl dieselbe Verwendung finden, sei es als Heilpflanze oder Gewürzkraut.
Die rosa- bis violett- und purpurfarbigen Lippenblüten locken viele Insekten an und die ganze, höchstens 25 cm hoch wachsende Pflanze duftet wunderbar aromatisch. Hätte es nicht so viele Insekten auf den Blüten, ich würde mich aus diesem Grund jeweils am liebsten auf diese herrlichen Blütenteppiche legen und tiiiief einatmen.


Für den wohltuenden, wunderbar feinen Geruch sind ätherische Öle verantwortlich, die der Quendel enthält. Da wäre zum Beispiel das ätherische Öl Thymol, welches eine «stark desinfizierende, pilzwidrige und antibakterielle Wirkung» hat.
Da der hier gezeigte Quendel respektive Feld-Thymian jedoch nicht ganz so viel Thymol enthält, wie der Echte Thymian (Thymus vulgaris), wird letzterer für die heilpflanzlichen Anwendungen empfohlen und der Quendel eher als Bestandteil von Hausteemischungen und als Gewürz. So verwende ich getrocknetes Quendelkraut gerne zum Würzen von Speisen, sie verleihen ihnen einen herrlich mediterranen Touch.


Die dekorativen, wohl duftendenden Blütenpolster des Quendels eignen sich auch perfekt als dekoratives Element für den Garten. Dort können sie an sonnigen, trockenen Standorten zum Beispiel Wegplatten und -Ränder säumen oder Bestandteil von Steingärten sein.
Wer das Kraut sammeln und trocknen möchte, dem empfehle ich, dies nächstens an einem warmen, sonnigen und trockenen Tag zu machen. Wie wir bis jetzt hierzulande erfahren mussten, gab es in diesem Sommer davon nicht allzu viele. Ich bin sehr froh, dass ich die Ringelblumenblüten für meine Salben noch vor dem anhaltend nassen und kühlen Wetter gesammelt hatte, früher als sonst im Jahr, da hatte ich wohl eine «gute Nase» für das, was uns wettertechnisch erwartet. Nun aber soll es ja endlich besser werden und Sonne und Wärme zurückkehren.
