Ohren die auf Bäumen wachsen – Judasohren

Wisst ihr, dass es Ohren gibt, die auf Bäumen wachsen? Wenn ihr am Waldrand einen alten Holunder seht, oder sogar einen zuhause im Garten stehen habt, rate ich euch, den Stamm mal genauer anzusehen. Vielleicht entdeckt ihr sie, die Judasohren.

Man findet sie das ganze Jahr über, selbst unter dem Schnee und auch die stärksten Fröste können ihnen nichts anhaben.

Judasohren sind Schwächeparasiten und leben auf lebenden, wie auch auf bereits abgestorbenen Bäumen, wie Birken, Ulmen, Walnuss oder Robinien. Am häufigsten aber sind sie auf alten Holunderbäumen zu finden. Das führt uns dann gleich auch zur Herkunft ihres Namens: Einer Legende nach soll sich nämlich Judas, der Verräter Jesu, an einem Holunderbaum erhängt haben.

Obwohl es sich beim Judasohr um einen Speisepilz handelt, betrachte ich ihn doch lieber am Baum, als im Teller. Es ist relativ geschmacklos und ich mag sein «Mundgefühl» nicht. Ist aber natürlich Geschmackssache.

Eine ähnliche Art, mit ostasiatischer Verbreitung (Auricularia polytricha), wird als Mu-Err bezeichnet und findet Verwendung in vielen asiatischen Gerichten. Den Chinesen gelten diese Pilze sogar als Heilmittel. Die im Handel erhältlichen, getrockneten Judasohren stammen meist aus Vietnam. Es heisst, dass sie viel Magnesium, Eisen, Kalium, sowie Phosphor, Silicium und Vitamin B1 enthalten.

Nein, im Teller muss ich sie nicht haben, aber ich finde sie einfach sehr interessant: In Trockenphasen schrumpeln sie und sehen total dürr aus; nach einem Regen jedoch sind sie wieder aufgequollen und wachsen einfach wieder weiter. Auch die kürzlichen starken Fröste mit Minusgraden bis 15 Grad konnten ihnen nichts anhaben.

Betrachtet man sie von ganz nah, sieht man, wie sie eine filzig-samtene Haut haben, die mit Äderchen durchzogen ist. Scheint dann noch die Sonne hinein, sehen sie wirklich aus wie leuchtende Ohrmuscheln.

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