Nicht vergessen: Nistkasten reinigen

Wer es im Herbst nicht gemacht hat, sollte spätestens jetzt seine Nistkästen reinigen. Die Vögel sind schon jetzt intensiv mit «Wohnungsbesichtigungen» beschäftigt und da will man doch eine schöne, leergeräumte Nistgelegenheit anbieten können.

Jetzt, vor dem Laubaustrieb, sieht man, wo die Vögel im letzten Sommer überall genistet haben. Auch bei uns im Garten.

Unser 40-jährige Birnen-Spalierbaum ist ein beliebter Nistplatz. Zum einen werden die aufgehängten Nistkästen fleissig bewohnt, es werden aber auch jedes Jahr – vor allem von Amseln – neue Nester im Geäst gebaut (roter Pfeil). Eine gute Wahl: Auf der Ostseite, unter dem Vordach, gut vor Wind und Wetter geschützt.

Über den richtigen Zeitpunkt der Nistkastenreinigung gibt es verschiedene Ansichten: Die einen reinigen sie bereits vor dem Winter, andere – zu denen ich gehöre – erst jetzt, im Februar. Aber jetzt muss man es machen, denn die Vögel haben zwar noch nicht mit dem Nestbau begonnen, stehen jedoch kurz davor. Sind schon jetzt intensiv mit «Wohnungsbesichtigungen» beschäftigt und da will man ihnen doch eine leergeräumte Wohnung anbieten können.

Wie eingangs erwähnt, hat man jetzt, in der laubfreien Zeit, noch eine ungehinderte Sicht auf Vogelnester, die sonst im Verborgenen bleiben. Hier, in dieser Hecke, entlang eines Wanderwegs, sieht man, warum Hecken nicht während der Brutzeit geschnitten werden sollten. Da hätte man das Brutgeschäft des Vogels, der hier genistet hat, arg gestört, wenn nicht sogar seinen Nachwuchs während dem Schnitt aus dem Nest gekippt.

Vor ein paar Jahren entdeckte ich dieses vertikal, an einem modernden Baumstamm angebrachte Nestchen mit Seiteneingang. Es ist sehr klein, genauso wie seine Bewohner: Zaunkönige. Das Vögelchen wiegt nur rund 10 Gramm.

Das Nest wird jeweils vom Zaunkönig-Männchen gebaut, mit Moos und Reisig. Typisch für diesen Vogel: der seitliche Eingang und die Anbringung auf geringer Höhe, unter 2 Meter. Eigentlich nicht wirklich günstig, weil es für Beutegreifer gut erreichbar ist.

In unserem Garten sind Nester in der alten Weide genauso beliebt, wie in der grossen Tanne und der Eibe, sowie in der mächtigen, alten Kornelkirsche. Zudem nisten in unserer alten Thujahecke – die wir Schritt für Schritt durch heimische Sträucher ersetzen – seit meiner Kindheit Jahr für Jahr mehrere Vogelpaare. Auf dem Bild seht ihr ein typisches «Einflugloch» zu einem Amselnest. Hier herrschte reger Betrieb im Sommerhalbjahr. Einst nisteten darin auch stets die Dompfaffen (Gimpel), sie sind aber leider in den letzten Jahren rar geworden. Heute sind es vor allem mehrere Amselpaare, die alljährlich darin nisten.

Hier hat bei einem Nachbarn eine Doppelbelegung stattgefunden. Vielleicht wurde der Kasten aber die letzten Male nicht geleert. In so einem Fall kann es vorkommen, dass die Vögel, wenn der Nistkasten überfüllt ist, einfach auf dem Dach nisten. Nun, besser geschützt, nicht nur vor Wind und Wetter, sondern auch vor Beutegreifern wie Katzen, konnte das Nest an dieser Stelle gar nicht sein.

Hier bin ich mit der Nistkastenreinigung beschäftigt, das war auf den Tag genau fast vor einem Jahr, Mitte Februar. Ich entferne den Inhalt und bürste den Kasten sehr gut aus, das ist alles.

In diesem Kasten hier, auf dem Zwetschgenbaum, nisten stets Meisen. Entweder Kohlmeisen oder Blaumeisen, sie wechseln sich ab. Andere Kästen werden von Spatzen belegt. Bei ihnen gibt es in einem einzigen Kasten pro Saison gleich bis zu drei Bruten: Kaum sind die Jungvögel ausgeflogen, werden die nächsten Eier bebrütet.

Ich liebe die Nistkastenreinigung, diese Kästen sind wahrlich Wundertüten und es ist immer wieder erstaunlich, was man bei der Nistkastenreinigung so alles vorfindet. Vor allem sieht man auch, wie unterschiedlich – je nach Vogelart – die Nester gebaut sind. Einerseits unterscheiden sich die Baumaterialien, andererseits auch die Bauweise. So legen die einen sehr viel Wert auf ein wohlgeformtes, ja fast perfektes Nest, andere sind nicht so «pingelig» und arbeiten eher «freestyle-mässig», wie auf diesem Bild.

Der Grund übrigens, warum ich die Nistkästen erst jetzt und nicht bereits im Herbst leere, ist derjenige, dass ich schon mehrfach gelesen habe, dass die Kästen im Winterhalbjahr mitunter von Kleinsäugern wie Siebenschläfern oder Haselmäusen zum Überwintern benutzt werden. Auch Vögel, so heisst es, verbringen in ihnen so manch bitterkalte Nacht im Winter und sind dann vielleicht froh, um eine wohlig-warme Ausstattung mit Moos und Daunenfedern. Aber auch Insekten wie Marienkäfer oder Florfliegen nutzen die Kästen im Winter zum Überwintern. Hier findet ihr zusätzliche Informationen dazu: https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/voegel/helfen/nistkaesten/13134.html

Dieses abgebildete Amselnest, welches sich im Birnen-Spalierbaum befindet, wird heuer durch ein neues ersetzt. Amseln, so heisst es, benutzen in der Regel ihr Nest nur einmal. Ich mag mich noch erinnern, als ich im Sommer hier jeweils vorbeigelaufen bin, um Wasser von der Regentonne zu schöpfen, da waren die Amseln stets in heller Aufruhr und liessen unablässig ihre Warnrufe ertönen. Da dachte ich mir schon, dass sie hier drin wohl wieder nisten.

Ich hoffe, dass die Vögel in unserem – katzenfreien – Garten auch dieses Jahr wieder eine erfolgreiche Brut haben und das Wetter ihnen wohlgesinnt ist.

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