Am 19. August zeigte ich euch das letzte Mal ein Video von diesem Hornissennest in unserem Garten. Der heutige Kurzfilm zeigt dasselbe Nest am 7. September, also lediglich drei Wochen später.
Was kommen musste, ist eingetroffen, es wurde im Vogelnistkasten bald einmal zu eng und das Nest wurde inzwischen erweitert. Jetzt, Mitte September, zieht es sich schon bald bis zum Öffnungshaken herab.
Warum nicht an einem Sonntag, wenn wir etwas mehr Zeit haben, den anderen mal ausnahmsweise zuschauen wie sie fleissig arbeiten?
Ich weiss nicht wie es euch geht, aber ich würde mir am liebsten einen Stuhl nehmen, mich hinsetzen und einfach diesem geschäftigen Treiben zusehen. Fasziniert davon, wie jedes Tierchen weiss, welches seine Aufgabe ist, was es zu machen hat. In solchen Momenten höre ich dann immer, was mir bereits der Grossvater in meiner Kindheit stets gesagt hat: «Und, wer hätt’s ene gseit?» (Wer hat ihnen gesagt, wie sie’s machen müssen?»).


Übrigens hatte die Königin, eine heimische Hornisse (Vespa crabro), anfangs Juni mit dem Nestbau begonnen. Hier sieht man sie, wie sie am 4. Juni abgeschabtes Holzmaterial mit Speichel vermischt und auf diese Weise Nestbaumaterial herstellt. Interessanterweise hat die Königin jedoch dieses Bauwerk kurz darauf verlassen und das jetzige Nest, in einem anderen Vogelnistkasten, gleich nebenan gebaut. Irgendetwas scheint ihr hier nicht gepasst zu haben, obwohl dieser Kasten sogar grösser war.
Vor einer Woche war ich unvorsichtig und bekam ungefragt in mein Ohrläppchen ein weiteres «Ohrring-Löchlein» verpasst. Den letzten Hornissenstich bekam ich 1985, auch damals verfing sich eine Hornisse im Anflug auf das Nest in den langen Haaren. Aber eben: Mea culpa. Wer sich so nah am Nest bewegen muss (50 cm) sollte sich eine Kapuze über den Kopf ziehen. Die Gefahr ist einfach zu gross, dass sie sich beim schnellen Anflug in den Haaren verheddern.
Das Ohrläppchen war lediglich leicht angeschwollen und ja, natürlich hat es «zünftig gsurret», auch am Abend noch, obwohl ich sofort mit allen möglichen natürlichen Mitteln Abhilfe gegen die Schmerzen und die Schwellung eingesetzt habe: Spitzwegerich-Tinktur und kühlende Umschläge mit Essig. Nach ein paar Stunden war dann der «Spuk» vorbei, zum Glück reagiere ich nicht allergisch auf Stiche.


Mit Naturvideos ist es ja heutzutage auch so eine Sache, in Zeiten von KI. Da werden die haarsträubendsten Filmchen gezeigt, von denen jeder, der auch nur ein bisschen Ahnung von der Natur hat, weiss, dass das Gezeigte schlicht nicht möglich ist. Trotzdem erstaunt es mich immer wieder, wie Hunderte ihrem Verzücken über das KI-Video (oder KI-Bild) in Kommentaren Ausdruck geben und nicht merken, dass nicht echt ist, was sie da sehen.
Vielleicht will der Mensch aber auch einfach getäuscht werden, und sich an surrealen, fantastischen Bildern erfreuen, nur hat das mit Natur nichts mehr zu tun. Immerhin scheint bei Videos das Wissen darum, wie man mit KI Filme so gut erstellt, dass man sie nicht mehr von echten unterscheiden kann, noch nicht gar so verbreitet zu sein. Anders bei den Bildern.
Kürzlich erfolgte in einer Vogelgruppe auf Facebook die Bekanntmachung, dass, wer künftig ein KI-Bild postet, umgehend aus der Gruppe fliegt. Völlig zu Recht. Eigentlich ist es mir egal, wenn Leute Freude daran haben, mit KI bei Bildern und Videos herumzuspielen und ihre «Werke» zu veröffentlichen. Nur: Dann müssten sie als solche transparent deklariert werden indem darauf hingewiesen wird, dass das, was gezeigt wird, mithilfe von KI entstanden ist.


Mit diesem Problem kämpfen beispielsweise auf Facebook bald alle Naturgruppen, aber es gibt leider auch «Natur»-Seiten die sich grosszügig mit KI verfremdeten Bildern schmücken, weil sie damit viel Aufmerksamkeit erregen.
Das Problem ist: Nicht mal Admins oder Moderatoren von FB-Gruppen und Internetforen können heutzutage in jedem Fall echte von mit KI-generierten Bildern unterscheiden. Das kam kürzlich in den Medien, dass diese KI-Bilder heute teilweise so gut sind, dass sie selbst Fachleute kaum mehr als solche zu erkennen vermögen. (Gefährlich in der Politik).
An dieser Stelle verspreche ich euch einmal mehr, dass ihr auf dieser Seite garantiert, weder mit Hilfe von KI erstellte Videos noch Bilder sehen werdet. Alles ist «made by Gaby«, sofern ich keine andere Quelle angebe, wie kürzlich bei den Knoppern. – Und auch die Texte erstelle ich selber und lasse sie mir nicht von KI schreiben. Beziehe ich bei Recherchen ausnahmsweise eine Information, die mir die KI im Computer anzeigt, so überprüfe ich die angegebene Quelle. So oder so überprüfe ich bei Recherchen zu meinen Beiträgen die Quellen – sofern ich sie aus dem Internet und nicht, wie so oft, aus Fachbüchern oder von entsprechenden Fachleuten direkt beziehe – in dem ich die Informationen durch mindestens zwei andere Quellen einem Gegencheck unterziehe.
Nun wünsche ich euch allen einen erholsamen Sonntag und viel Freude beim Betrachten des faszinierenden Treibens am Hornissennest,
herzlich, Gaby Kistler
ganz unverfälscht, in meinem «natürlichen Habitat».

Tolle Nahaufnahmen – mit welcher Kamera wurden sie gemacht?
Herzlichen Dank für Ihre Beiträge, die ich ab und zu gerne lese.
Toller beitrag. Ich könnte auch stundenlang dasitze und zuschauen. Sind schon echt grosse Brummer. 5o cm ist aber scho biz nah😬😅Gueti besserig Gabi