Nein, ich bin keine Küchenschabe

Wer hier einen farblichen Akzent auf meiner Giesskanne setzt ist nicht etwa eine Küchenschabe sondern eine Bernstein-Waldschabe.

Kommt sie, durch das Licht angelockt, in unsere Wohnungen, wird sie oft mit der Küchenschabe verwechselt. Doch im Gegensatz zur Küchenschabe, ist die hier gezeigte Bernstein-Waldschabe überhaupt nicht an unseren Vorräten interessiert.

Mich dünkt, es gibt in diesem Jahr besonders viele Bernstein-Waldschaben (Ectobius vittiventris). Das kann ich zumindest anhand meiner Beobachtungen feststellen, wird nicht überall so sein. Vielleicht ist ihrer Entwicklung das Wetter entgegengekommen, wie auch den Kellerasseln, die dieses Jahr ebenfalls gehäuft vorkommen.

Aber wie eingangs erwähnt, brauchen wir uns vor der Bernstein-Waldschabe nicht zu fürchten, wenn sie beispielsweise – wie auf dem Bild – blitzschnell auf den «Chuchichäschtli» herumflitzt. Sie ist an unseren Vorräten überhaupt nicht interessiert, sondern lebt von verrottendem Pflanzenmaterial. Da sie davon aber kaum in der Wohnung findet, wird sie bald einmal eingehen, sofern sie den Weg nach draussen nicht findet.

Alle hier gezeigten Bernstein-Waldschaben machten mir das Fotografieren überhaupt nicht leicht, denn sie sind so unglaublich schnell. Hat man aber Gelegenheit, sie näher zu betrachten, versteht man, warum die Schaben den Bernstein im Namen tragen: Ihr Körper ist genauso durchscheinend und von derselben Farbe.

Eigentlich ganz hübsche Tierchen, aber eben, leider löst ihr Erscheinen bei uns aufgrund der unliebsamen Erfahrungen mit den Küchenschaben sogleich ein «Huch!!» aus und meistens wird ihr sogleich der Garaus gemacht.

Noch ein Wort zum Bernstein, diesem hübschen Schmuckstein, der eigentlich weder Edelstein noch Halbedelstein ist. Dies, weil es sich hier nicht um einen Stein aus Mineralien handelt, sondern um ausgehärtetes fossiles Harz. Über Jahrmillionen wurde dieses zum Zweck der Wundverschliessung von der Kiefernart «Pinus succinifera» produziert.

Der Bernstein entsteht, wenn sich das Harz unter hohem Druck kristallisiert. Dabei kann es schon mal vorkommen, dass Insekten miteingeschlossen werden. Die sind dann für die Wissenschaft besonders interessant.

Dieser Silberring, vor 40 Jahren auf einem Kunsthandwerkmarkt gekauft, schliesst einen Bernstein ein. Je nach Licht erscheint er in den Honigfarben des Bernsteins oder wie hier, rötlich.

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