Sonntagsgruss aus der Waldschlucht

Meinen heutigen Sonntagsgruss sende ich euch mit vielen aktuellen Bildern aus der Waldschlucht.

Ich bedanke mich an dieser Stelle wieder einmal im Speziellen bei all jenen von euch, die meine Arbeit am Naturtagebuch ab und zu mit einer Spende wertschätzen. Habt vielen herzlichen Dank! Bin froh drum, da meine Seite werbefrei ist und sie mir daher keine Einnahmen bringt.

Wenn ich sehe, wie viele mit KI erstellte Inhalte (Texte, Bilder, Vidoes) -insbesondere auch im Themenbereich Natur – mir mittlerweile im Internet begegnen (vor allem auch in den sozialen Medien), bilde ich mit meinen «handgestrickten», persönlich geschriebenen Texten (inklusive Grammatikfehlern mitunter), eigenen Bildern und Videos, bald eine Ausnahme.

Und die will ich auch bleiben, so, wie ich auch sonst bin: natürlich und authentisch. Dafür investiere ich gerne etwas mehr Zeit und überlasse die oft seelenlosen KI-Inhalte den anderen.

Die Mispel – das vergessene Obst Mitteleuropas

Habt ihr euch schon mal gefragt, um welche Pflanze es sich handelt, die sich mit solchen Früchten schmückt? Man sieht sie da und dort in Gärten.

Bei diesem 5-6 Meter hoch wachsenden Bäumchen handelt es sich um die Mispel (Mespilus germanica), ein etwas in Vergessenheit geratener Obstbaum. Schreibe ich einen Beitrag über diese Kernobstart, erhalte ich vor allem aus den umliegenden Ländern sowie aus dem südosteuropäischen Raum, jeweils sehr viele Rückmeldungen. Dort werden die Früchte des Rosengewächses noch immer sehr geschätzt und während der Saison, von Spätherbst bis Winter, auch auf den Märkten angeboten.

Es ist Vogelbeeren-Zeit – die Vögel freut’s!

Für mich gibt es jetzt im September kaum ein schöneres Farbenzusammenspiel, als das von reifen, orange-roten Vogelbeeren vor dem intensiv blauen Spätsommerhimmel.

Hartnäckig hält sich der Glaube, dass die Beeren der Eberesche, wie der Vogelbeerbaum auch genannt wird, giftig sind. Gekocht kann man sie jedoch sehr wohl verwenden.

Bärlapp und das Geheimnis der Feuerspucker

Heute stelle ich euch zwei Arten aus der Familie der Bärlappgewächse vor: Den hier abgebildeten Sprossenden Bärlapp (auch Wald-Bärlapp) und den Tannenbärlapp.

Die «explosive» Eigenschaft des Sporenpulvers von Bärlapp, machten sich Schamanen bereits in der Jungsteinzeit für pyrotechnische Effekte zu Nutzen, genauso wie Feuerschlucker. Selbst heute ist diesbezüglich das Sporenpulver noch immer begehrt.

Kratzbeeren – die blauen Brombeeren sind auch eine Zeigerpflanze

Auch wenn so einiges anders ist an der heute gezeigten Kratzbeere Rubus caesius, so sieht man doch deutlich, dass sie zur Gattung Rubus gehört.

Auffällig an den Kratzbeeren: Sie sind stark blau bereift und bestehen oft nur aus wenigen Einzelfrüchten, so, wie auf diesem Bild.

Gestern kündigte ich es in meinem Beitrag über die Wald-Witwenblume an: Ich werde euch diese Woche eine eher unbekannte Beerenart vorstellen. Voilà hier ist sie: Die Kratzbeere (Rubus caesius). Weitere Bezeichnungen sind Blaue Brombeere, Bockbeere, Kroatzbeere, Ackerbeere oder Bereifte Brombeere. «Bereift» wegen ihrer bläulichen Wachsschicht, dem sogenannten «Reif», welcher die schwarzen Einzelfrüchte umgibt.

Wie die Wald-Witwenblume, begegnete mir auch die Kratzbeere gestern in der Waldschlucht. Die Pflanze ist eigentlich ein kriechendes Sträuchlein mit aufrechten Zweigen die eher spärlich mit relativ kleinen, borstenartigen Stacheln besetzt sind. Genauso wie ihre dünnen, zuweilen weiss bereiften Ruten, die sich niederliegend ausbreiten und gestern in beachtlicher Länge wie Girlanden über Felswände herabgehangen sind.

Die Kratzbeere möchte man wohl nicht unbedingt grad im Garten haben, denn sie vermehrt sich sehr intensiv über Wurzelsprosse, wie auch über sich bewurzelnde Sprossachsen. Zudem dürfte das Entfernen schwer fallen, da ihre Wurzeln bis zu 2 Meter (!) tief reichen.

Interessant: Das Rosengewächs ist eine Zeigerpflanze. Sie zeigt durch ihre Vorliebe für kalkhaltige Böden das Vorhandensein von Kalkmergel an. Diese Eigenschaft soll man sich im 19. Jahrhundert zum Auffinden dieses natürlichen, feinkörnigen Sedimentgesteins zunutze gemacht haben.

Was die saftigen Beeren betrifft, so sind sie nicht giftig, schmecken jedoch eher fad und sauer. Trotzdem heisst es von ihnen, dass sie sich besonders gut für die Herstellung von Likör eignen, dem Kratzbeerenlikör.

Man bezeichnet die Beeren als sogenannte Sammelsteinfrucht, die oft nur aus wenigen Einzelfrüchten besteht. Dies ist für mich das beste Merkmal, genauso wie der bereits erwähnte Wachsüberzug, der «Reif», welche die ansonsten schwarzen Beeren bläulich erscheinen lässt. Übrigens seien sie besonders gut geeignet für die Herstellung von Likör.

Wie ich am Wochenende festgestellt habe, sind die Blätter dieser Beerenart zuweilen etwas unterschiedlich gestaltet, aber auf jeden Fall 3-zählig. Fünf Fiederblätter, wie das bei vielen anderen Arten der Untergattung Rubus vorkommt, sieht man bei der Kratzbeere lediglich in ganz seltenen Ausnahmefällen. Diese Wildbeere dient verschiedenen Insekten, Vögeln und Kleinsäugetieren als Nahrung, wie auch als schützender Unterschlupf.

Zu den typischen Standorten der Kratzbeere zählen Hecken, Bach- und Flussufer, Auwälder, aber auch Schuttplätze und Äcker.

Nun wünsche ich euch einen guten Start in die neue Woche, sie soll ja bei uns in der Schweiz am Mittwoch Abkühlung und Regen bringen. Da sage ich nicht Nein.

Gaby Kistler

Benutzte Quellen: Rudi Beiser «Unsere essbaren Wildpflanzen», Flower Walks, Smagy, Flora Helvetica und Wikipedia

Die Wald-Witwenblume

Es ist noch nicht lange her, da habe ich erfahren, dass es auch eine Wald-Witwenblume (Knautia dipsacifolia) gibt. Wie gross war da meine Freude, als ich gestern auf meinem Streifzug durch Waldschluchten eine solche entdecken konnte.

Als hätte sie auf mich gewartet, begrüsste sich mich an einem Wegrand, gleich oberhalb des Bachlaufs. Sie hatte gerade Besuch von einer Hummel.

Das Usutu-Virus geht wieder um – vor allem Amseln sind gefährdet

Die Amsel auf diesem Bild ist gesund. Das ist zur Zeit alles andere als selbstverständlich, denn es scheint wieder eine Usutu-Epidemie zu grassieren. Die Krankheit wird durch Stechmücken übertragen.

Wäre diese Amsel krank, würde sie am Kopf beginnende kahle Stellen aufweisen. Es gibt aber noch andere Anzeichen, die auf eine Erkrankung mit dem Usutu-Virus hinweisen.

Lederlaufkäfer – riesengross aber harmlos

Gestern lief mir beim Jäten ein prächtiger Lederlaufkäfer (Carabus coriaceus) direkt vor die Hände. So schnell wie er aufgetaucht war, so schnell machte er sich auch wieder aus dem Staub. Kein Wunder, schliesslich ist ein Laufkäfer – Nomen est Omen – ja auch für schnelles Laufen mit seinen starken Beinen bekannt.

Ein paar Tage zuvor fand ich leider ein totes Exemplar, was mir aber ermöglichte, den fast 4 cm grossen Schneckenjäger mal genauer betrachten zu können.

Warum Bläulinge manchmal «handzahm» werden

Ich mag mich an keinen Sommer erinnern, an dem ich so viele Bläulinge beobachten konnte.

Das hat sicher auch mit dem trockenen, heissen Wetter zu tun und dem vielen blühenden Hornklee, einer der bevorzugten Pflanzen des Hauhechel-Bläulings.

Einzelne Bläuling-Arten können zuweilen richtig «handzahm» werden. Dafür gibt es einen ganz bestimmten Grund.

Portulak – ein uraltes Wildgemüse

Die uralte Heil- und Wildgemüsepflanze ist mit ihren auffallend fleischigen Blättern und den kahlen, rötlich überlaufenen Stängeln kaum zu verwechseln.

Der Europäische Portulak (Portulaca oleracea) bildete selbst während der Trockenheit an den unwirtlichsten Orten, in Asphaltritzen und zwischen Steinplatten, immer grösser werdende Teppiche.