Wann immer ich im Wald den melodiösen Reviergesang der Mönchsgrasmücke vernehme, muss ich einfach stehen bleiben und lauschen.
Das Männchen hat einen interessanten Trick, wie es Weibchen für sich gewinnen kann.
Leider verfüge ich nicht über eine geeignete Kamera, mit der ich Vögel ablichten könnte, doch der begnadete Naturfotograf Arnie Vogt hat mir freundlicherweise dieses Bild einer Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla) zur Verfügung gestellt. Das Männchen (Bild) ist gut erkennbar an seiner schwarzen Kopfplatte, beim Weibchen ist sie rotbraun. Mönchsgrasmücken bewohnen vorzugsweise Laub- und Nadelwälder mit Brombeergebüschen, aber auch buschreiche Gärten und Parks.

Um ein Weibchen anzulocken und zu beeindrucken, lässt sich das Mönchsgrasmücken-Männchen etwas ganz Besonderes einfallen: Es baut mehrere unordentliche «Spielnester», die sich in relativ geringer Höhe, 0,5 bis 2 Meter über dem Boden, im Gestrüpp befinden. Schliesslich wählt das Weibchen eines davon aus und baut das Nest fertig. In einem älteren Vogelkundebuch steht, dass die Männchen ausserdem für sich noch ein sogenanntes «Singnest» bauen, wo es dann mit Vorliebe drin sitzt und seinen Gesang ertönen lässt. Wobei die Gesangsleistungen sehr unterschiedlich sein können und es sogar regional unterschiedliche «Dialekte» gebe. Einem Könner zu lauschen, ist aber wahrlich ein Genuss, wie ihr meinem Video entnehmen könnt.
Sind die Eier gelegt, werden sie von beiden Partnern während 13 bis 14 Tagen abwechselnd ausgebrütet und gemeinsam werden danach auch während knapp zwei Wochen die 3-6 Jungen gefüttert. Deren Nahrung besteht häufig aus Larven des Schneeballkäfers. Im Juli wird oft erneut genistet und es erfolgt noch eine zweite Brut. Das muss dann aber zackig gehen, denn schon im August oder Anfang September beginnt der Zug der Mönchsgrasmücken in ihre Winterquartiere. Die liegen bei den europäischen Mönchsgrasmücken in Südeuropa, «oft aber auch in Afrika bis zum Äquator». Ab April dann, werden sie wieder zurückkehren und uns mit ihrem wunderschönen Gesang erfreuen.
Quellen: Bild wie erwähnt zVg von Arnie Vogt, Textinformationen: Kosmos Waldführer und NATURA MAGNA «Welt der Vögel»