
In letzter Zeit werfen die Maulwürfe wohin man auch sieht, neue Erdhaufen auf. Na da hoffe ich mal nicht, dass diese Bauernregel stimmt:
«Wirft der Maulwurf im Januar, dauert der Winter bis Mai sogar.»
Ich mag mich jedoch nicht erinnern, dass vor zwei Jahren, wo sie ebenfalls gegen Ende Januar nochmals neue Hügel aufgeworfen haben, der Winter so lange gedauert hat. Ist ja heutzutage sowieso alles etwas drunter und drüber, auch auf die Bauernregeln ist kein Verlass mehr.
Wie aber erkenne ich Maulwurf-Erdhaufen? Insbesondere im Vergleich zu den Erdhaufen der Grossen Wühl- / Schermaus (Arvicola terrestris)?
Maulwurf (Talpa europaea):
Die Erdhaufen sind auffällig gross, meist rundlich und oft regelmässig angeordnet; und wichtig: die Erde enthält weder Pflanzen- noch Wurzelreste und ist von feinkrümeliger Struktur.


Hier habe ich gerade eine Grosse Wühl- / Schermaus (Arvicola terrestris) beim Arbeiten gestört:
Ihre Erdhaufen sind eher unauffällig und länglich. Und, für mich ein wichtiges Erkennungsmerkmal: die Erde ist von grobscholliger Struktur und meist mit Pflanzen- und Wurzelresten durchsetzt. Solche Resten könnt ihr bei genauem Hinsehen sogar auf diesem Bild entdecken.
Nun aber wieder zurück zum Maulwurf. Während die Wühlmäuse Pflanzenfresser sind und sich vor allem von Wurzeln von Gehölz-, Gemüse- und auch mal Zierpflanzen ernähren – sehr zum Leid von so manchem Obstbauern oder Gärtner – vertilgt der zu den Insektenfressern zählende Maulwurf vor allem Würmer, Larven, Puppen, aber auch Schnecken.
Sind an einer Stelle viele Maulwurfshügel vorhanden, deutet dies auf einen gesunden Boden hin. Und mit ihrer Grabtätigkeit, dem Anlegen von Gängen und Röhren, tragen Maulwürfe auch zur Auflockerung und Drainierung des Bodens bei.


Der Körper eines Maulwurfs ist walzen- bis spindelförmig, mit einem kurzem Hals und einem spitz zulaufenden Kopf. Da er unterirdisch und meist grabend lebt, ist er mit kräftigen, an Grabschaufeln erinnernden Vordergliedmaßen ausgestattet. Diese sind weit nach vorne gerichtet und zeigen stets nach aussen.
Übrigens kann einem Maulwurf wortwörtlich nie etwas gegen den Strich gehen, denn: Sein Fell weist eine Besonderheit auf, nämlich keinen festen Strich: die Haare stehen bolzengerade auf der Haut und sind auf alle Seiten hin biegsam. Das ist ein grosser Vorteil für den Meister des Tiefbaus, wenn er sich in den engen Erdröhren hin und her bewegt.
Da das kleine Tier (Körperlänge 11-17 cm/Schwanzlänge 2-3 cm) keine Ohrmuscheln besitzt sondern lediglich Gehöröffnungen und auch die Augen häufig verkümmert sind, sieht und hört es entsprechend schlecht. Pro Weibchen gibt es jährlich 1-2 Würfe mit jeweils 3-5 Jungen.
Achtung: Es gibt Länder, zum Beispiel Deutschland, in welchen der Maulwurf unter strengem Artenschutz steht.
Quelle: Dr. Manfred Fortmann «Wühlmäuse und Maulwürfe» FALKEN-Verlag