
Gestern lief mir beim Jäten ein prächtiger Lederlaufkäfer (Carabus coriaceus) direkt vor die Hände. So schnell wie er aufgetaucht war, so schnell machte er sich auch wieder aus dem Staub. Kein Wunder, schliesslich ist ein Laufkäfer – Nomen est Omen – ja auch für schnelles Laufen mit seinen starken Beinen bekannt.
Ein paar Tage zuvor fand ich leider ein totes Exemplar, was mir aber ermöglichte, den fast 4 cm grossen Schneckenjäger mal genauer betrachten zu können.
Insbesondere in naturnahen Gärten wie dem meinen, kann der Lederlaufkäfer häufig beobachtet werden, selten aber so gut, wie das leider tote Exemplar, das ich bei Bekannten in einem ungesicherten Kellerschacht gefunden hatte. Ja, das Leben ist voller Tücken und Gefahren, auch für Käfer, ansonsten kann so ein Lederlaufkäfer 2 – 3 Jahre alt werden.
In Luft-/Lift- und Kellerschächten kommen viele Tiere ums Leben, nicht nur Käfer, sondern auch Amphibien. Sie plumpsen hinein – zum Beispiel wenn sie auf der Suche nach einem Winterquartier sind – und können nicht mehr hinaus. Daher empfiehlt es sich, diese Schächte bestmöglich zu sichern.


Der Käfer aus der Familie der Laufkäfer (Carabidae, Unterfamilie Carabinae) ist wie viele andere Familienmitglieder flugunfähig. Warum, könnt ihr auf den Bildern bei genauem Hinsehen gut erkennen: Die Flügel sind an der Naht verwachsen. Das ist ein wenig fies von der Natur, denn so kann der Lederlaufkäfer vor Feinden nicht einfach davonfliegen. Als Entschädigung hat sie ihn jedoch sehr wehrhaft «ausgerüstet»: Da wären mal die kräftigen Mandibeln, Zangen am Kopf, mit denen er die Beute packt und zerkleinert. Zudem ist er in der Lage, sich mit einem sehr übelriechenden Sekret aus der Hinterleibsdrüse gegen hartnäckige Fressfeinde zu wehren.
Auf dem Speisezettel des tiefschwarz gefärbten Käfers stehen Schnecken, Würmer und Aas. Man findet ihn oft unter Totholz, Steinen oder Moos.
Die Merkmale des Lederlaufkäfers sind erstens Mal natürlich die beeindruckende Grösse sowie die ovalen, grob gekörnten Flügeldecken. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus, als ich das tote Exemplar von nah betrachten konnte. So wunderschön, so perfekt!
Auf diesem Bild seht ihr einen Lederlaufkäfer, der mir bei Gartenarbeiten begegnet ist. Plötzlich kam er aus der Erde hervor gekrabbelt und suchte unter meiner Hand Schutz.

Benutzte Quellen: NABU, insects.ch


