
Zuverlässig blüht der Huflattich (Tussilago farfara) Jahr für Jahr sobald der Boden mindestens 6 Grad warm ist. Die Blüte des Huflattichs gilt auch als «Startsignal» und idealer Zeitpunkt für erste Aussaaten unter Vlies von frühen Gemüsesorten wie Radieschen oder Pflücksalat.
Der in der Schweiz auch als «Zytröseli» bekannte Huflattich, ist eine der ältesten Heilpflanzen im Bereich der Atemwegserkrankungen.
Huflattich ist eine typische Pflanze des Vorfrühlings und begegnet uns am häufigsten auf Brachflächen von Schuttplätzen und in Kiesgruben, entlang von Strassen, an Wegrändern. Sie kann auch Staunässe anzeigen.
Da beim Huflattich die Blüten vor den Blättern erscheinen, nannte man im Mittelalter diese Pflanze einst «Sohn-vor-dem-Vater“ (filius ante patrem).


Seine sonnenähnlichen, leuchtend gelben und nach Honig duftenden Blütenköpfe sitzen an schuppigen, behaarten Stängeln. Im Erdreich besitzt der Huflattich ein weit verzweigtes Wurzelsystem und lange kriechende Wandersprossen, die bis zu 2 m lang werden. Ihr findet dazu ein Bild in der Galerie, ich entfernte den Huflattich in einer Kiesgrube, wo er am nächsten Tag dem Bagger zum Opfer gefallen wäre.
Huflattich dürfte wohl eine der ältesten Heilpflanzen bei Atemwegserkrankungen sein. Bereits in der Antike wurde der Korbblütler bei Husten und Heiserkeit eingesetzt. Auf die hauptsächliche Wirkung der Pflanze weist auch der Gattungsname «Tussilago» hin, er stammt von lateinisch «tussis ago» = ich vertreibe den Husten».


Aber: Die Blüten (Farfare flos) enthalten einen höheren Alkaloidgehalt (Pyrrolizidin) und sollten deshalb nicht verwendet werden. Geerntet werden jedoch junge, meist handtellergrosse Blätter in den Monaten Mai und Juni. Ihr Geschmack ist schwach süsslich. Auch sie sollten jedoch nicht länger als 2-3 Wochen bzw. länger als 4-6 Wochen pro Jahr verabreicht werden.*
Dieses Bild zeigt Huflattich in einem Streifen zwischen Strasse und Trottoir, da sieht man, wie genügsam diese Pflanze ist.
In der Galerie findet ihr viele weitere Bilder, auch Bilder von den Blättern, mit ihrer weissen filzig-flauschig weichen Unterseite. Sie sind oft die Rettung für Wanderer, die in der Wildnis von einem dringlichen «Geschäft» überrascht werden. Wie übrigens auch die filzig-weichen, grossen Blätter der Pestwurz (Petasites).

Weitere Namen für den Huflattich: Ackerlattich, Berglatschen, Brandlattich, Brustlattich, Fohlenfuss, Hitzeblätter, Märzblume, Ohmblätter, Sandblume, St. Quirinskraut, Tabakkraut, Lehmblätter (die Pflanze mag lehmhaltigen Boden)
* Siegfried Bäumler: «Heilpflanzen Praxis heute – Porträt- Rezepturen – Anwendung»





