
Ich liebe den Gewöhnlichen Hornklee (Lotus corniculatus), der jetzt wieder mit seinen wunderschönen, intensiv gelben Blüten die Wegränder dekoriert.
Selbst jetzt, wo es seit vielen Tagen trocken und heiss ist, gedeiht der bei uns in der Schweiz als Schotenklee bezeichnete Schmetterlingsblütler im Kiessträsschen munter weiter. Mit etwas Glück kann man auf den Blüten den Hauhechel-Bläuling beobachten.
Die Pollen vom Gewöhnlichen Hornklee sind sehr beliebt, nicht nur bei Schmetterlingen, wie dem hier abgebildeten Hauhechel-Bläuling, sondern auch bei Bienen. So sollen beispielsweise in Deutschland mehr als 60 Wildbienenarten Hornklee-Pollen sammeln. «Sein Nektar enthält durchschnittlich 40% Zucker, jede einzelne Blüte produziert täglich 0,08 mg Zucker.»
Der Gewöhnliche Hornklee ist zudem Raupenfutterpflanze für zahlreiche Schmetterlingsarten, wobei der hier gezeigte Hauhechel-Bläuling sogar auf sein Vorkommen angewiesen ist.
Gemäss der eAGFF, der Wissenplattform der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Futterbaus, gilt der sehr ausdauernde Schotenklee (Hornklee) zudem als wertvolle und anspruchslose Futterleguminose. Bestens geeignet für Naturwiesen. Alpweiden und in Mischungen zur Anlage von artenreichen Wiesen.


Mir gefallen die gelben, aussen zuweilen rötlichen Blüten sehr. Sie sind nektarreich und verfügen über einen ganz besonders ausgeklügelten Pumpmechanismus, welcher der Bestäubung der Blüten dient:
Bereits im Knospenzustand wird der Pollen entleert. Das geschieht, wenn Schiffchen und Flügel der Blüte von einem Insekt belastet werden und dadurch Pollen mittels einem Kolben – gebildet aus keulenförmig angeschwollenen Staubfäden – herausgepresst werden. Bis zu achtmal kann dieser Pumpvorgang pro Blüte wiederholt werden. Ist die Natur nicht voller Wunder?
Der Gewöhnliche Hornklee erfreut uns von April bis Oktober mit seinen Blüten, wobei es zwischendurch auch Phasen gibt, wo lediglich die grünen Pflanzenteile vorhanden sind.
Die Wildstaude eignet sich hervorragend für vollsonnige, trockene Standorte, das beweist dieses Bild. Es entstand während einer Phase längerer Trockenheit, unter welcher bereits viele Pflanzen in der Umgebung sichtbar leiden. Nur der Gewöhnliche Hornklee trotzt dank seinem bis zu einem Meter tief reichenden Wurzelsystem und behält seine frisches Grün. Dank ihm lassen sich problemlos auch längere Dürreperioden überstehen. Kommt hinzu, dass die anspruchslose Pflanze auch mit mageren Böden klarkommt.
Der Gewöhnliche Hornklee ist nicht nur sehr ausdauernd – er kann 20 Jahre alt werden! – und winterhart, dank seinem in den Blättern enthaltenen Frassgift, ist er zudem schneckenresistent. Letzteres ist wichtig, denn Jungpflanzen sind schneckenanfällig.
Aber wieso eigentlich wird er bei uns in der Schweiz auch als Schotenklee bezeichnet?


Die in der Schweiz gebräuchliche Bezeichnung Schotenklee für den Gewöhnlichen Hornklee bezieht sich auf die Hülsenfrucht, die sich nach der Befruchtung der Blüte bildet. Sie erinnert in ihrer Form an junge Erbsen- oder Bohnenschoten.
Bei Reife sind die Hülsen kastanienbraun, springen auf und geben damit die enthaltenen Samen frei.
Die Bezeichnung HORNklee bezieht sich auf die nach oben gekrümmten, hörnchenartigen Spitzen der späteren Hülsenfrüchte, die sich bereits auf diesem Bild, an den befruchteten Blüten abzuzeichnen beginnen.
Bei mir im Garten hat sich auch noch eine Unterart angesiedelt, der Schmalblättrige Hornklee (L. ténuis), dessen Blätter deutlich schmäler sind, als die des Gewöhnlichen Hornklees. Er erklimmt die Drahtzäune und erreicht dabei manchmal Höhen von über 30 cm.
Dann gibt es bei uns in einigen Regionen noch eine weitere Unterart, den Alpen-Hornklee (L. alpinus). Eine weitere Lotus-Art die bei uns vorkommt, ist neben dem Gewöhnlichen Hornklee noch der Sumpf-Hornklee (L. pedunculatus).


Auch wenn er die Bezeichnungen «Klee» in seinem Namen trägt, so handelt es sich beim Hornklee nicht um eine Kleeart.
Beide, der Klee, wie auch der Hornklee, gehören zwar derselben Familie der Hülsenfrüchte an und zählen zu den Schmetterlingsblütlern. ABER: Sie gehören unterschiedlichen Gattungen an. Der Wiesenklee beispielsweise zählt zur Gattung Klee (Trifolium), der Hornklee jedoch zur Gattung Hornklee ((Lotus).
Der «Klee» kam wohl beim Hornklee deshalb in den Namen, weil seine Blätter denen von Klee ähneln.
Somit wäre für heute alles gesagt über den Gewöhnlichen Hornklee, tagtäglich führt mich mein Weg an ihm vorbei. Er flankiert ihn entlang der angrenzenden Wiese, wie auch im Mittelstreifen der Naturstrasse. Es ist eine wahre Freude, hier entlang zu laufen und auch die vielen Insekten, insbesondere Bläulinge, auf ihm beobachten zu können.
Viel Freude noch beim Betrachten der Galerie, wie immer eine Zusammenstellung von Bildern aus den letzten sieben Jahren.







Für Recherchen benutzte Quellen: NABU, Future Planter, eAGFF Wissenplattform der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Futterbaus, Wikipedia