Heidelbeerblätter färben Weiden rot

Vielleicht sind euch gestern auf den Alpenbildern aus Davos die eigenartig rötlichen Alpwiesen aufgefallen, vor allem oberhalb der Baumgrenze.

Sobald ich auf unseren Wanderungen die ersten Heidelbeersträucher (Vaccinium myrtillus) angetroffen hatte, wusste ich was dahinter steckt.

Die Heidelbeersträucher, von vielen auch als Blaubeeren bezeichnet, beginnen ungefähr ab August/September mit der Herbstblattfärbung. Diese dient zum einen als UV-Schutz, zum anderen helfen sie der Pflanze beim Abbau von Chlorophyll und weiteren wertvollen Inhaltsstoffen. Diese werden nun in die Pflanze zurückgezogen und gespeichert. Ein ähnlicher Prozess also wie bei den laubabwerfenden Bäumen.

Im Gegensatz zu der Preiselbeere, wirft nämlich die Heidelbeere im Herbst die Blätter ab. Sie ist lediglich sommergrün und zudem ein sogenannter Chamaephyt:

«Chamaephyten sind nach dem System der Lebensformen nach Raunkiær ausdauernde Pflanzen, deren Überdauerungsorgane (Erneuerungsknospen) sich unterhalb der mittleren Schneehöhe von 50 cm befinden und damit im Schutz einer Schneedecke überwintern bzw. sonstige hygrische oder thermische Ungunstabschnitte im Jahresverlauf überdauern.» (Wikipedia)

Es war wirklich wunderschön, dieses leuchtende Tiefrot der Heidelbeerblätter vor dem prächtigen Blau des Himmels.

Wenn dann noch das warme Gelb der Lärchen (Larix) hinzukommt, ist das alpine Farbenfeuerwerk komplett. Das ist hier im Engadin viel eher der Fall als bei uns in den Voralpen. Vor allem in tieferen Lagen, dem Mittelland, erstrahlt das Nadelkleid der Lärchen erst im November in ihrem leuchtenden Gelb. Dort kommen Lärchen natürlicherweise nicht vor, höchstens wenn sie durch den Menschen angepflanzt worden sind.

Heidelbeeren (dieses Bild stammt vom April) sind Halbsträucher, wurzeln bis zu einem Meter tief und können stolze 30 Jahre alt werden.

Bei uns in der Region nennen wir die Heidelbeeren «Heubeeri«, andere Bezeichnungen sind: Schwarzbeere, Mollbeere, Wildbeere, Waldbeere, Bickbeere, Staulbeere (Pfalz und Saarland), Zeckbeere. Insbesondere in Tirol werden Heidelbeeren auch als Moosbeere bezeichnet, wobei es sich bei diesen aber eigentlich um eine andere «Artengruppe in der Gattung der Heidelbeeren (Vacchini) handelt. Moosbeeren sind ebenfalls essbar, jedoch rot. Informationen zu den Moosbeeren findet ihr hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Moosbeeren

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