
Dieses Bild von Arnie Vogt zeigt die Haus-Feldwespe (Polistes dominula).
Im Verhalten zeigt sie sich friedlich, belästigt uns nicht zu Tisch beim Essen, wie andere Wespenarten, da sie sich für Anderes als für Süssigkeiten und Fleisch interessiert.
Es gibt sehr gute Merkmale, anhand derer wir diese Wespenart erkennen können.
Da wären einmal die orangen Fühler, der tropfenförmig zulaufende Hinterleib sowie die im Flug herabhängenden, langen Hinterbeine.
Die Haus-Feldwespe ist eine angenehme Nachbarin, sie zeigt absolut kein aggressives Verhalten, selbst dann nicht, wenn wir uns in Nestnähe befinden. Zudem ist sie überhaupt nicht an unseren Speisen oder Getränken interessiert.
Die Königin, der früher als Gallische Wespe bezeichneten Art, baut ihr Nest an sonnigen und vor Regen geschützten Orten. Das Nest der Haus-Feldwespe ist klein, höchstens handtellergross und da dieses keine äussere Hülle aufweist, lässt es einen direkten Blick auf die Waben und die Brutpflege zu. Das kleine Volk (15-30 erwachsene Tiere) ernährt die Brut mit gejagten Fliegen, Stechmücken und Spinnen.


Natürlich kann auch diese Art stechen, aber sie tut es wirklich nur dann, wenn sie im unmittelbaren Nestbereich gestört und bedrängt wird.
Dieses Jahr habe ich noch keines ihrer Nester entdeckt, stattdessen habe ich ein Nest von einer anderen, durchaus aggressiven Wespenart, direkt unterhalb meines Schlafzimmerfensters, unter den Holzlatten. Im Weiteren haben wir ein von derselben Arte besiedeltes Nest im Boden, wo im Sekundentakt kleinere Wespen ein- und ausfliegen. Sie greifen an und stechen sofort zu, sobald ich mich auch nur in die Nähe wage. Nein, so ist die heute vorgestellte Haus-Feldwespe nicht, werdet ihr beim Essen im Freien von aufdringlichen Wespen belästigt, handelt es sich auch dann mit Sicherheit nicht um die auf dem Bild gezeigte Haus-Feldwespe.
Und hie seht ihr eine andere Wespenart, die sich genüsslich an meiner süssen Marmeladen-Gelierprobe erfreut.
Beide, die Deutsche Wespe (Vespula germanica) wie auch die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris), sind bekannt dafür, dass sie sich über Süsses, aber auch über Fleisch hermachen und dabei schon mal ziemlich aggressiv auftreten können. Sie werden vor allem ab dem Spätsommer ziemlich lästig, insbesondere dann, wenn man im Freien essen möchte. Das haben wir bereits jetzt kürzlich erlebt: Jeder Bissen, jeder Schluck, musste auf Wespen kontrolliert werden, die uns zuweilen recht angriffig angeflogen haben.


Ein Tipp zum Schluss: Um Wespen fernzuhalten, kann man einen braunen Papiersack wie auf dem Bild gezeigt, zusammenknüllen und aufhängen. Dieser gaukelt den Wespen ein fremdes Nest vor und sie suchen das Weite. Meistens jedenfalls.
Auch das Legen von Kupfermünzen und «Fünfräppler» auf den Tisch, soll Wespen fernhalten. Oder aber man platziert etwas weiter vom Esstisch entfernt, ein Süssgetränk, das sie weglockt.
Und noch etwas Aktuelles von SRF2: «In den letzten fünf Jahren hat sich die Zahl der gemeldeten Wespennester in der Schweiz laut Auswertungen der Mobiliar etwa verfünffacht (Anstieg von 0,27 auf 1,34 Fälle pro 1’000 Haushalte). Hauptgründe für diesen Anstieg sind milde Winter, trockene Frühlinge und der Klimawandel, die ideale Überwinterungs- und Wachstumsbedingungen schaffen.»
