Harzsalbe – hergestellt aus dem Gold des Waldes

Was hier aus der Wunde eines Baumstammes fliesst, ist ein wertvolles Gut: Harz – andernorts auch Pech genannt.

Aus solchen Baumperlen stelle ich nämlich eine vielseitig verwendbare Salbe her. So kann sie beispielsweise als «Zugsalbe» verwendet werden, die das Herausziehen von Splittern oder Furunkeln beschleunigt. Kein Wunder also, durfte die Harzsalbe einst in keinem Haushalt fehlen.

Da ein Baum nach einer Verletzung das Harz zu seinem eigenen Schutz und zur Wundheilung produziert, entnehme ich mit einem Spachtel sorgfältig nur die oberste Schicht. Es eignet sich Fichten-, Tannen-, Kiefer- oder auch Lärchenharz. Das so gewonnene, wertvolle Gut lass ich später zuhause an der Luft trocknen.

Falls ihr beim «ernten» klebrige Finger bekommen habt, könnt ihr diese einfach mit etwas Öl abreiben, da sich Harz sehr gut in Öl auflösen lässt.

Von der Harzsalbe heisst es, dass sie antibakteriell, desinfizierend, durchblutungsfördernd, schleimlösend, wärmend (bei kalten Füssen) und schmerzlindernd wirkt (bei Muskelverspannungen und rheumatischen Beschwerden); aber auch, wie bereits erwähnt, Eigenschaften als «Zugsalbe» besitzt.

Für ihre Herstellung benötigt ihr :

  • 30 Gramm Harz (kann auch gemischtes von verschiedenen Nadelbäumen sein)
  • 100 ml Öl nach Wahl (Mandelöl, Olivenöl, Sonnenblumenöl, Jojobaöl etc.)
  • 16 Gramm gereinigtes Bienenwachs (als Konsistenzgeber)
  • eventuell noch ein paar Tropfen naturreines ätherisches Öl
  • kleines Stück Baumwolltuch (z.B. altes Nastuch zurechtschneiden) als Beutel und einen feuerfestes Gefäss, sowie einen Topf zum Erhitzen, Dosen (Tiegel) zum einfüllen der Salbe
  1. Das abgewogene Harz in den Stoffbeutel geben und diesen gut abbinden, restlichen Stoff oben abschneiden.
  2. Die entsprechende Menge Öl ebenfalls abwiegen und in eine Pfanne geben, das Harzbeutelchen mit hineingeben und langsam erhitzen.
  3. Während einer guten Stunde den Harzbeutel im erhitzten Öl – jedoch nicht allzu heiss – ziehen und das Harz auflösen lassen. Das kann man auch am nächsten Tag nochmals wiederholen.
  4. Jetzt hat sich das Harz komplett im Öl aufgelöst und die Rückstände respektive Verunreinigungen sind im feinen Baumwollbeutel zurückgeblieben. Den Beutel herausnehmen und das fertige Harzöl noch durch ein Sieb oder Filter abseihen.
  5. Nun das Öl in einen hitzefesten Behälter (beispielsweise Becherglas) geben und diesen in ein Wasserbad stellen. Das Wasser erhitzen und den abgewogenen Bienenwachs in’s Öl geben. Sobald alles Wachs geschmolzen ist, das Ganze in die bereitgestellten, desinfizierten Dosen abfüllen. Jetzt kann, wer möchte, in jede Dose noch ein paar Tropfen naturreines, ätherisches Duftöl beigeben. Ich persönlich gebe jeweils noch ein paar Tropfen meiner selber hergestellten Arnika- und Ringelblumentinktur hinzu.
  6. Wichtig: Die Salbe muss nach dem Abfüllen gerührt werden bis sie die Konsistenz einer Mayonnaise hat (dauert je nach Dosengrösse ca. 20 Minuten), ansonsten wird sie steinhart. Danach Deckel noch offen lassen bis sie komplett erkaltet ist. Jetzt dürfen die Dosen noch mit schönen, selber kreierten Etiketten versehen werden.
Fertig gerührte Salben gut erkalten lassen, bevor sie mit dem Deckel verschlossen werden.

Wichtiger Hinweis: Da Harz viele ätherische Öle enthält, kann es zu allergischen Hautreaktionen kommen. Deshalb unbedingt vorher auf einem kleinen Stück Haut testen.

Diese Salbe hält problemlos mindestens 1 Jahr lang.

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