Habichtskräuter: Artenreich, vom Mäuseohr bis zum Orangeroten Habichtskraut

Im Heilpflanzenbuch findet man das abgebildete Kleine Habichtskraut (Hieracium pilosella) schlicht unter der einfachen Bezeichnung Habichtskraut. Im Volksmund wird der Korbblütler auch als «Mäuseohr» bezeichnet. Das hat seinen Grund.

Warum das Kleine Habichtskraut auch als Mäuseohr oder Mausohr-Habichtskraut bezeichnet wird, seht ihr auf diesem Bild. Die Form der stark behaarten Blätter an dieser Blattrosette erinnern tatsächlich an ein pelziges Öhrchen.

Bei grosser Trockenheit rollen sich die Blätter zusammen, sodass die Sonne auf die weiss-filzige Blattunterseite scheint. Diese reflektiert das Sonnenlicht und verhindert damit eine zu starke Erhitzung der Pflanze.

Von Ende April bis Oktober, ragen viele bis zu 15 cm hohe, chromgelb leuchtende Blütenköpfe aus den Blattrosetten empor. Sie bestehen nur aus Zungenblüten und werden von graufilzigen Hüllblättern umfasst. Die Blütezeiten sind vom jeweiligen Schnittzeitpunkt abhängig, die Hauptblüte erfolgt jedoch im Frühling. Das kann ich jeweils an einem benachbarten, sonnigen, mageren Wiesenhang beobachten. Dort sehe ich auch, dass die Blüten sich wirklich nur bei Sonnenschein öffnen, ist der Himmel bedeckt, bleiben sie geschlossen, genauso natürlich bei Regen.

Stolze 27 Wildbienenarten besuchen gemäss einer Liste von Smagy.de die Blüten.

Auf diesem Bild, das eine einzelne Pflanze zeigt, sind behaarte Ausläufer ersichtlich. Diese können bis zu 30 cm lang werden, an ihnen bilden sich Tochterrosetten. Auf diese Weise vermehrt sich das Kleine Habichtskraut vegetativ, aber auch durch seine Samen. Dank der Ausläufer bildet die Wildpflanze schnell flächig deckende, grosse Bestände.

Ihr begegnet dem Kleinen Habichtskraut auf Trockenrasen, Ödland und Weiden, in lichten Wäldern sowie an Wegrändern. Als Untergrund mag es sandige oder steinige, magere und eher trockene Böden.

In einem Heilpflanzenbuch («Heilpflanzen Praxis Heute»/Siegfried Bäumler) steht, dass das Habichtskraut bereits im Mittelalter erstmals erwähnt wird. Einst wurde es in der Volksmedizin «auch bei Husten, Bronchitiden sowie bei Asthma und Keuchhusten eingesetzt.» Heutzutage käme es jedoch nur noch selten zur Anwendung. Zu seinen Inhaltsstoffen zählen Bitterstoffe, Flavonoide, Gerbstoffe sowie Schleimstoffe.

Vermutlich aufgrund des «adstringierenden Effekts, wird die Droge äusserlich bei Wunden und Verbrennungen angewendet

Die Gattung Hieracium umfasst sehr viele Arten und Unterarten, in der Schweiz sind es mehr als 100. So ist beispielsweise das Wald-Habichtskraut (Hieracium sylvaticum) eine sehr formenreiche Art, die gerne Hybriden mit anderen Habichtskrautarten bildet.

Einfach zu bestimmen ist aufgrund der auffälligen Blütenfarbe hingegen das wunderschöne Orangerote Habichtskraut (Bild/Hieracium aurantiacum). Ich versuchte es lange Zeit, in meinem Garten anzusiedeln, endlich nun ist es mir dank Samen, die mir geschenkt wurden, gelungen.

Auf einer Alp: Hieracium (Habichtskraut)

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