Gartenrundgang im September

Noch immer gibt es viele Farbtupfer im Garten. Manche Pflanzen warten sogar noch mit einer überraschenden letzten Schlussvorstellung auf und drehen nochmals so richtig auf.

Zu den dankbaren Dauerblüherinnen zählen bei den kultivierten Pflanzen im Staudenbeet neben anderen die wunderbar fein duftende Duftnessel (Agastache «Blue fortune»), die bei Insekten ausserordentlich beliebt ist und die Mazedonische Witwenblume (Knautia macedonia), sowie der Storchenschnabel. Sie blühen bereits seit dem Frühsommer.

Im Blumengarten findet man bei mir auch nicht heimische, kultivierte Stauden und Sträucher wie beispielsweise Hibiskus oder den Ranunkelstrauch. Bei allem was ich neu pflanze, achte ich darauf, dass die Pflanzen entweder gute Nektar/Pollen-Lieferanten, oder Raupenfutterpflanzen, oder Vogelnähr- oder Vogelschutzgehölz etc. sind. Mit Betonung auf «oder», denn keine Pflanze kann alles erfüllen, so kann beispielsweise die wertvolle Brennnessel überhaupt nicht als Nektar- und Pollenlieferantin punkten, stattdessen ist sie eine super Raupenfutterpflanze.

Für mich gibt es eigentlich keine Pflanze, die für «nichts gut» oder gar «wertlos» ist, Wortwendungen, die in Gartengruppen der sozialen Medien immer wieder vorkommen und die ich nicht so mag. Alles was wächst, hat eine Daseinsberechtigung, ist ein lebendes Wesen, das im riesengrossen Kreislauf der Natur eine Rolle spielt, ein kleines Zahnrädchen im grossen Ganzen darstellt. Trotzdem, mein Garten ist deshalb kein Naturschutzgebiet, sondern er ist und bleibt ein Fleckchen Erde das ich kultiviere, wo ich bestimme, was wo wächst und was nicht. Würde ich nichts machen, wäre bei uns innert Kürze alles mit Brombeeren und Brennnesseln überwachsen und es gäbe kein Durchkommen mehr. Vorbei wäre es mit der gewünschten Vielfalt. Sie ist es doch aber gerade, die wir in einem Garten anstreben, zum Wohle dessen was da alles kreucht, fleucht und flattert.

Auch ein naturnaher Garten gibt Arbeit und so bin ich zur Zeit vorallem am reuten, das heisst Platz machen für die reifen Samen, damit sie auf einen geeigneten Ort fallen und gedeihen können. Dazu muss nun da und dort Verblühtes oder Unerwünschtes entfernt werden. An die frei gewordenen Stellen kommen danach Neupflanzungen, eigene Aussaaten hin. Oder es gehen dort Samen auf, die sich den Platz selbst ausgesucht haben.

Wie immer lasse ich jedoch den Grossteil des Verblühten bis im Frühjahr stehen. Die Samen dienen im Winter als natürliches Vogelfutter und es entstehen wieder wunderschöne Bilder von Meisen, Distelfinken und Co., wie sie sich an den Samenständen gütlich tun. Zudem sehen die Samenstände zauberhaft aus, wenn sie mit Schneehauben bedeckt oder Raureif überzogen sind.

Letztlich haben wir alle die Freiheit unsere Gärten so zu gestalten, wie wir es für gut finden, da bin ich die letzte die anderen dreinschwatzt. Aber vielleicht kann ich mit meinen Gartentipps und Ideen zwischendurch die eint› oder andere Anregung geben, so, wie ich mir diese auch bei anderen Gärten hole und immer wieder froh um Tipps bin.

Dass ich in meinem Garten übrigens keine invasiven Neophyten pflanze, die gemäss der schweizerischen Freisetzungsverordnung verboten sind, ist klar.

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