Heute hört ihr Furchterregendes aus dem nächtlichen Wald, aufgenommen diese Woche gegen vier Uhr in der Früh, in einer mondfinsteren Nacht.
Wer solche markerschütternden, heiseren und lauten Schreie aus nächster Nähe hört und nicht zuordnen kann, wird mit ziemlicher Sicherheit so richtig erschrecken.
Es ist der Fuchs, der sich zur Zeit in der Ranzzeit befindet und auf sich aufmerksam macht. Füchse verfügen über ein unglaublich grosses Repertoire an Kontaktlauten, anhand derer sie sich verständigen können.
Vielleicht hört ihr auf meinem Video gerade einen Fuchsrüden, der mit den heiseren Schreien sein Revier gegenüber der Konkurrenz markiert. Oftmals hört man auch ein sehr lautes, dreisilbiges Bellen: wow-wow-wow, ebenfalls typisch für die Paarungszeit. Dieses dient der Fähe und dem Rüden um Kontakt miteinander aufzunehmen. Überhaupt verfügen Füchse über ein unglaublich grosses Repertoire an verschiedenen Lauten anhand derer sie sich verständigen können.
Abgesehen vom bereits erwähnten Bellen und den auf meinen Videos zu hörenden heiseren Schreien in der Ranzzeit, gibt es zum Beispiel noch ein Heulen, das Keckern (bei aggressiven Auseinandersetzungen), leise Begrüssungsrufe sowie das Jammern und Winseln welche Unterwerfung signalisieren.
Nach der Paarung im Januar und Februar werden nach einer Tragzeit von 52 Tagen bis zu sechs Junge im Fuchsbau geboren. Bei der Geburt wiegen sie gerade mal 100 Gramm. Erst nach ungefähr zwei Wochen öffnet der Nachwuchs die Augen und beginnt spielerisch die Umgebung zu entdecken. Nach drei bis vier Monaten erfolgt die Loslösung der Mutter und es beginnt ein gefährlicher Lebensschnitt. Der Schritt in die Selbstständigkeit birgt nämlich so viele Risiken, dass nur gerade mal jeder dritte Jungfuchs ihn überlebt.

Übrigens habe ich meine ersten Fuchsschreie 1985 in einer Vollmondnacht erlebt. Da sass ich, ganz in mich versunken, in Waldesnähe auf einem Felsvorsprung und fiel vor Schrecken fast hinunter, als in unmittelbarer Nähe plötzlich diese lauten, heiseren Schreie ertönten. Sogar der Hund, den ich mit dabei hatte, fürchtete sich, war halt ein «Städter» und kannte das noch nicht, genau wie ich damals.
Ob ihr wohl auch schon Erfahrungen damit gemacht habt?
(Das Bild stammt von Daniela Maximilian)