Faden-Ehrenpreis breitet seine blauen Blütenteppiche aus

Schon ist es wieder so weit, und die himmelblauen Blüten von Faden-Ehrenpreis (Veronica filiformis) bilden ganze Teppiche auf den sonnigen Matten.

Wie der Persische Ehrenpreis (V. persica) ist auch der Faden-Ehrenpreis (süd-)westasiatischen Ursprungs und hat unsere Regionen und Herzen aber längst erobert. Was wären die Frühlingswiesen ohne ihre blauen Teppiche, die wunderschönen «Chatzeäugli«?

Im Vergleich zum Persischen Ehrenpreis, sind die Stängel des hier gezeigten Faden-Ehrenpreis‘ auffallend dünn und lang. Daher wohl auch der Name. Die niederliegenden, fadenartigen Kriechsprosse können Längen von bis zu 50 cm erreichen und bewurzeln sich an den Knoten. Bei genauem Hinsehen sieht man, dass sie leicht behaart sind.

Ein Merkmal vom Faden-Ehrenpreis (oder Fadenförmiger Ehrenpreis) ist die Grösse der Blüten, die sind nämlich grösser als die kleinen, rundlichen, leicht gekerbten Blättchen.

Die Blütezeit dauert je nach Standort und Witterung von anfangs März bis Juni.

Faden-Ehrenpreis vermehrt sich vor allem vegetativ und zwar durch abgerissene und sich bewurzelnde Stängelstücke. Eigentlich logisch, dass somit auch das Rasenmähen seiner Ausbreitung dienlich ist.

Interessant: Diese Pflanze ist «frühlingsgrün», will heissen, dass ihre Blätter schon im Sommer nicht mehr vorhanden sind. Dies, und auch weil der Faden-Ehrenpreis sehr niederliegend wächst und später im hohen Gras fast unsichtbar wird, ist dafür verantwortlich, dass er oft übersehen wird.

Zum Schluss noch etwas zum «Ehrenpreis», der Pflanzengattung Veronica, im Allgemeinen und seine Namensherkunft (Wikipedia):

«Zum Lob ihrer angeblichen Kraft gegen „Hexen“, Blitze, Wunden und „Pest“ erhielt die Pflanze ihren Namen Ehrenpreis (von mittelhochdeutsch ēre „Ehre, Lob, Gnade, Gabe“, und prīs „Preis, Wert, Ruhm, Kampfpreis“, wohl in Anlehnung an den lateinischen Namen veronica, von griechisch berenike „Siegbringerin“

Und in der Schweiz, ja bei uns werden so ziemlich alle Ehrenpreisarten mit ihren himmelblauen, hübschen Blüten, als «Chatzenöigli» (Katzenäuglein) bezeichnet.

Im Volksmund soll zudem der ebenfalls häufig vorkommende blaue Gamander-Ehrenpreis als Gewitterblümchen bezeichnet werden. Das kommt daher, dass man glaubte, «dass sie entweder in gewitterreichen Jahren vermehrt blühen oder ihr Abpflücken Regen oder Gewitter hervorruft».

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