Ein lautes Surren kündigte ihn an und schon landete er neben mir auf einer Blüte unseres Apfelbäumchens: der Rosenkäfer.
Mit ziemlicher Sicherheit handelt es sich hier um den Goldglänzenden Rosenkäfer (Cetonia aurata) dessen Engerlinge leider denen des Maikäfers ähneln. So werden sie oft aus Unwissen vernichtet, dabei gäbe es ein gutes Unterscheidungsmerkmal.
Der Goldglänzende (oder Gemeine) Rosenkäfer ernährt sich von Staubbeuteln und den Pollen verschiedener Gewächse, vorzugsweise von Rosen. Wie man sieht, auch von Pfingstrosen, nur scheint er hier etwas Mühe damit zu bekunden, den «Eingang» in die Blüte zu finden.
Dieser auffallend schöne Käfer erreicht Körperlängen von 14 bis 20 Millimetern. Seine Oberseite ist variabel im Aussehen, von metallisch grün bis bronzefarben glänzend gefärbt. Meistens jedoch einfach grün, hin und wieder auch goldfarben.


Ein Merkmal des Goldglänzenden Rosenkäfers ist seine rotgolden gefärbte Körperunterseite sowie mehrere weisse Flecken und Querrillen auf den Deckflügeln.
Zu den bevorzugten Blüten, die der Gemeine Rosenkäfer besucht, zählen neben den Rosen unter anderem die von Baldrian, Holunder, Obstgehölzen und Weissdorn. Einige Wochen, nachdem die Weibchen ihre Eier abgelegt haben (Kompost, modernde Baumstümpfe, Pflanzgefässe) schlüpfen die Larven (Engerlinge).
Leider ähneln die Engerlinge des Rosenkäfers denen des Maikäfers und werden deshalb oft unnötigerweise vernichtet. Dabei gibt es ein gutes Merkmal: «Rosenkäfer-Engerlinge haben einen eher bläulichen Hinterleib und bewegen sich auf dem Rücken liegend kriechend fort, im Gegensatz zu den wurzelfressenden Larven von Maikäfern.» Letztere, die Maikäfer-Engerlinge, bewegen sich bei einer Flucht seitlich und stark gekrümmt fort, während sich der Rosenkäfer-Engerling streckt.
Und: Die ebenfalls ähnlichen Engerlinge des Juni-Käfers bewegen sich auf dem Bauch fort.


Ich freue mich stets, wenn ich ihr lautes Surren in der Luft höre und weiss, da ist ein Rosenkäfer unterwegs. In Deutschland steht er durch die Bundesartenschutzverordnung unter Schutz und bei uns in der Schweiz zählt er zu den schützenswerten Arten.
Wer weiss, vielleicht habt auch ihr bereits den ersten Rosenkäfer in diesem Jahr gesehen?