Erntemond: Der September-Vollmond und seine Bedeutung

ERNTEMOND

So wird der Vollmond genannt, welcher der Tag-und-Nacht-Gleiche im September am nächsten liegt. Da er im September mit der Feldernte zusammenfällt, war er schon immer von besonderer Bedeutung. Es ist just die Hochphase der Reife von Baum- und Feldfrüchten und diese Ernte will nun eingebracht werden. In alten Zeiten, wo den Bauern dazu noch keinerlei Erntemaschinen zur Verfügung standen, spendete dieser helle Vollmond noch bis tief in die Nacht eine grosse Portion Extralicht, welches das Arbeiten bis lange nach Sonnenuntergang ermöglichte.

Ein weiterer Faktor, der in den Tagen vor und nach dem Vollmond die Erntearbeiten in der Nacht begünstigten, ist der Umstand, dass der Mond nur mit wenigen Minuten Unterschied von Tag zu Tag aufgeht: Am Samstag um 18.49 Uhr, am Sonntag um 19.11 Uhr, am Montag um 19.27 Uhr.

Nun, diese Bedeutung, die der Erntemond einst für die elementar wichtige Zeit der Ernte hatte (sie konnte einst über Leben und Hunger-/Tod entscheiden), in der es wetterbedingt oft eilte, verschwand im Zuge der Industrialisierung und industriellen Landwirtschaft je länger je mehr.

Heute kommt es nur noch ab und zu vor, dass mit mächtigen Traktoren, die bald so gross sind wie in Amerika – viel zu breit für Feldstrassen – mit grellen Scheinwerfern nach Sonnenuntergang beispielsweise Siloballen gepresst werden

In diesen Tagen bin auch ich am «obstnen«, das heisst, unser Obst für die eigene Lagerung und für den Gang in die Mosterei vorbereiten. Auf diesem Bild seht ihr die Birne unseres Hochstammbirnbaums, eine alte Sorte («Schmelzende von Thirriot») die sich hervorragend zum Dörren eignen würde. Sie schmeckt aber auch als Tafelbirne wunderbar und war deshalb schon immer die Lieblingsbirne meiner Grossmutter.

Letzte Woche hatte ich – im Sinne von No food waste – einen Berg wurmstichiger Äpfel gerüstet und zu Apfelmus verarbeitet.

.

Den hellen Erntemond am wolkenlosen Himmel, feierte ich gestern mit meinen beiden Freundinnen bei einem gemütlichen Raclette. Mit Irene verbindet mich eine 48-jährige und mit Erika eine 41-jährige tiefe Freundschaft. Grund genug, im Vollmondschein darauf anzustossen. Gefehlt hat dabei nur noch die dritte im Bunde, Eveline, auch mit ihr verbindet mich eine bald 30-jährige Freundschaft.

Hebed no en schöne Sunntig,

Gaby Kistler

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.