Eine seltene, magische Begegnung

Was für ein Glückspilz war Susanne von Dach, als ihr kürzlich in einem Naturschutzgebiet dieses Wesen wie aus einer anderen Welt begegnet ist: Ein Rehkitz mit ganz heller Fellfarbe.

Ich freue mich sehr ,dass mir die passionierte Naturfotografin die wunderbaren Bilder dieser seltenen Begegnung für einen Beitrag zur Verfügung gestellt hat. (Danke, liebe Susanne!)

Aus rund 200 Metern gelang es Susanne von Dach, dieses auffallend hell gefärbte Rehkitz zusammen mit dem Muttertier zu fotografieren. Gerade mal 15 Sekunden hatte sie Zeit, um abzudrücken. Da sich die Niederurnerin in sehr grosser Distanz zu den Tieren befand, wurden sie nicht gestört. Drei Tage später, begegnete ihr dieses an ein Fabelwesen erinnernde Kitz sogar nochmals.

Ich kann der Fotografin gut nachempfinden, welche Glücksgefühle sie wohl durchströmt haben müssen, bei der unverhofften Begegnung mit diesem sanften Wesen. Ein magischer Moment, dem ein besonderer Zauber inne wohnt. Den die meisten von uns wohl nie erleben werden.

Nachdem Susanne von Dach diese Bilder in einer regionalen Facebookgruppe geteilt hatte, entbrannte eine Diskussion darüber, ob es sich hier um ein Albino-Reh oder um eine Form von Leuzismus handelt. Beides, auch der Albinismus, sind Gendefekte, die zu weisser Fell- oder Gefiederfarbe führen können.

Klar ist: Ein Albino-Reh kann mit Sicherheit ausgeschlossen werden, da dieses Kitz weder eine schneeweisse Fellfarbe noch rote Augen hat, was beides für ein Albino-Reh typisch wäre. Die Glarner Wildhut meinte, da es sowohl helle, wie auch dunklere Fellpartien aufweise, könne es sich um einen Teil-Albino handeln. Ich persönlich schliesse mich der Meinung an, dass dieses Kitz nach dem Winter genauso braun sein wird, wie die anderen Jungtiere. Man könne diese Laune der Natur zwar nur selten, aber doch ab und zu beobachten, dass Kitz‘ in diesem Alter sehr hell sind, danach jedoch während der Wintermonate ein «normal» dunkles Fellkleid bekommen.

Ich finde es lobenswert und es zeugt von grossem Verantwortungsbewusstsein, dass die Fotografin den Standort, wo die Bilder entstanden sind, nicht preisgegeben hat. Auch wenn es sich hier nicht um ein extrem seltenes Albino-Reh handeln mag (auf 100’000 Rehe kommt ein Albino), so ist es doch eine seltene Laune der Natur, die bei einer Ortsbekanntgabe sofort Hunderte von Menschen anlocken würde. Das hätte eine massive Störung des Lebensraums dieses wunderschönen Wesens zur Folge.

Zum Schluss noch ein paar Worte zu den ganz weissen Albino-Rehen, die wie erwähnt extrem selten sind:

Einst wurden sie als heilige Tiere angesehen, denen grösster Respekt entgegengebracht worden ist. Es wäre niemand auf die verwerfliche Idee gekommen, so ein seltenes Tier zu töten. Dies hätte – so der Glaube – grosses Unglück für den Jäger zufolge, ja sogar einen Todesfall: Wenn die frevelhafte Tat nicht sein eigenes Leben, so würde sie mit Sicherheit das eines Familienangehörigen kosten.

Je nach Region werden weisse Rehe auch als Glücksbringer angesehen und wenn es sich bei dem heute gezeigten Reh auch um kein Albino-Reh handeln mag, so ist es dennoch ein sehr grosses Glück, dass ihm Susanne von Dach begegnen durfte. Und ich bin mir ganz sicher: Es wird ihr Glück bringen!

Übrigens. Es ist unter der Jägerschaft noch heute so, dass es als äusserst verwerflich gilt, ein solch seltenes Reh zu schiessen. Sie sind jagdlich geschützt. (Wildhut Glarus)

Ein Kommentar bei: “Eine seltene, magische Begegnung

  1. Wunderschön! Danke für die schöne Geschichte und für das Bereitstellen der Fotos.
    Ich habe als Beifahrerin aus einem Auto heraus, in einem Wald direkt an der Straße, einmal etwas weißes an einem Baumstamm lehnen sehen und dachte im ersten Moment, aus der Distanz, es sei ein weißer Sack. Beim vorbeifahren sprang etwas auf und flüchtete zwischen den Bäumen hindurch in den Wald. Ich dachte erst an eine ausgebüxte weiße Ziege (weil ich damals selbst Toggenburger Ziegen hielt), aber hier gibt es nur sehr wenige Ziegenhalter. Ich weiß bis heute leider nicht was es war, aber mittlerweile gehe ich eher von einem Reh aus. Schade, dass es nur so ein kurzer Blick gewesen ist.
    Schöne Grüße aus Mecklenburg

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