
Dieses Bild zeigt die Echte Schlüsselblume (Primula veris), mit den charakteristischen «aufgeblasenen», bleichgrünen Kelchen und den dottergelben Blüten. Dann gibt es aber auch noch die hellgelb blühende Hohe (Wald-) Schlüsselblume (Primula elatior).
Beide «Himmelsschlüsselchen» lassen mein Herz bei ihrem Anblick höher schlagen.
Dieses Bild zeigt die Echte Schlüsselblume (Primula veris), die auch als Arzneischlüsselblume bezeichnet wird. Die goldgelben, fein duftenden Blüten, offenbaren in ihrem Inneren oft fünf orange-gelbe Saftmale. Sie dienen dazu, bestäubende Insekten anzulocken und werden auch als Pollen- oder Staubbeutelattrappen bezeichnet. Saftmale befinden sich stets im Bereich von Kronblättern, die kein UV-Licht reflektieren.
Bei der Hohen (Wald-) Schlüsselblume fehlen diese Saftmale, es handelt sich hier demnach um ein gutes Unterscheidungsmerkmal.


Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal stellen bei der Echten Schlüsselblume die eingangs erwähnten «aufgeblasen» erscheinenden, bleichgrünen Kelche dar. Sie sind deutlich länger als die Blütenkrone.
Auch die Standorte unterscheiden sich: Die Echte Schlüsselblume bevorzugt trockene Wiesen, meist auf Kalk. So ist mir in meiner Umgebung ein sonniger, steiler und entsprechend trockener Südhang bekannt, auf dem ab Mitte März ganze Teppiche von Echten Schlüsselblumen blühen.
Ganz im Gegensatz zur Hohen Schlüsselblume, die es eher feucht mag. Hohe (Wald-)Schlüsselblumen (Primula elatior) findet man meistens in Wäldern, feuchten Wiesen, entlang von Gewässern oder unter Gebüschen, entlang von Hecken.
Ihre Blütenkrone ist nicht so dunkel, wie die der Echten Schlüsselblume, sondern hellgelb und deutlich länger als ihr Kelch der nicht aufgeblasen ist.


Von der abgebildeten Hohen (Wald-) Schlüsselblume, deren Blüten praktisch geruchlos sind, wie auch von der Echten Schlüsselblume, werden in der Heilkunde sowohl Blüten wie auch der Wurzelstock verwendet. Wobei die Echte Schlüsselblume (P. veris) in allen Heilpflanzenbüchern, die auf meinem Bücherregal stehen, eindeutig als die heilkräftigere von beiden beschrieben wird.
Der grosse Schweizer Kräuterkundige Pfarrer Johann Künzle schrieb einst:
«Die Schlüsselblume ist eines der feinsten Teekräuter. Alle Sorten haben eine gemeinsame Kraft, die Nierentätigkeit zu fördern, Harnsäure und Schleim auszuführen…. ; doch behalten sie auch gedörrt den grössten Teil des Aromas und der heilsamen Kräfte, sofern man das Dörren sorgfältig vornimmt.»
Achtung: Beide vorgestellten Arten gelten in einigen Kantonen der Schweiz als teilweise oder vollständig geschützt. Dort ist das Pflücken, Ausgraben, Beschädigen oder Entfernen der gesamten Pflanzen verboten. Sie können jedoch für eine heilpflanzliche Verwendung in Apotheken erworben werden und sind Bestandteil vieler Präparate, vor allem von Hustensäften.


Zu erwähnen wären beim Thema Primeln natürlich noch die unzähligen, gezüchteten Sorten die in unseren Gärten wachsen. So, wie diese pinkfarbige, die ich bei einem verlassenen Bauernhaus entdeckt hatte.
Häufig handelt es sich bei den Garten-Primeln jedoch um Sorten, die aus der Stängellosen Schlüsselblume (Primula vulgaris) gezüchtet worden sind.
Ich finde die Garten-Aurikel (Primula auricula) sehr hübsch. Die Vorläufer dieser etwas aus der Mode geratenen, alten Gartenpflanze, wurden bereits im frühen Mittelalter im Alpenraum kultiviert – so wird zumindest vermutet. «Die Ursprungsart ist eine auf natürlichem Wege entstandene Kreuzung zwischen der gelben Alpen-Aurikel (Primula auricula) und der rosa blühenden Behaarten Primel (Primula hirsuta).» (Mein schöner Garten)


Und hier haben wir sie, die erwähnte Behaarte Primel (Primula hirsuta). Ich fotografierte sie Mitte Juni in den Tiroler Alpen. Ihr Anblick hat mich ungemein erfreut, wer weiss, ob ich noch einmal in meinem Leben das Glück habe, dieser wunderschönen Wildpflanze zu begegnen.
Soviel für heute vom Ausflug in die Welt der Primeln. Im Anschluss noch eine Auswahl von Bezeichnungen die der Volksmund für die Himmelsschlüsselchen bereithält und ein Bilderpotpourri von Echten und Hohen Schlüsselblumen zum «üben:
Trivialnamen:
Echte Schlüsselblume: Duftende Schlüsselblume, Arzneischlüsselblume
Im Allgemeinen werden Schlüsselblumen im Volksmund auch als Himmelsschlüsselchen, Himmelsgügeli, Ehrezeieli, Ehrenzeicheli, Madämli, Mattängeli oder Petriblume bezeichnet. Wobei natürlich viele weitere existieren, aber nicht alle sind mir bekannt.









einfach toll, auch dieser Artikel wieder! DANKE!