Die Stechmücken sind da – Zeit sich zu wappnen

Letzte Woche erlebt ich an unserem gedeckten Regenfass eine böse Überraschung: Nach den Tigermücken (Aedes albopictus), haben wir nun auch noch die Asiatische Buschmücke (Aedes japonicus) bei uns. Ich liess sie von Fachleuten bestimmen.

Mit dem beginnenden Herbst laufen auch die Stechmücken wieder zu ihrer Hochform auf. Höchste Zeit, die altbewährte Spitzwegerich-Tinktur anzusetzen!

Diese äusserst wirksame Tinktur zur Behandlung von Insektenstichen lässt sich ganz einfach, ohne gross für Zutaten herumrennen zu müssen, selber herstellen:

Gesammelte Spitzwegerichblätter – nachdem wir sie gut abgespült und zerkleinert haben – in ein Schraubglas legen und mit Hochprozentigem bedecken (mindestens 40% / Ich verwende für meine Tinkturen stets Wodka).

Diesen Ansatz für mindestens zwei Wochen an einen dunklen Ort stellen und ziehen lassen. Nachdem die Wirkstoffe in den Alkohol übergegangen sind, durch ein feines Tuch abseihen. Ich belasse die Pflanzenteile jedoch oft noch viel länger drin.

Am besten wäre, man könnte die fertige Tinktur in ein leeres Roll-on abfüllen. Ansonsten verwendet man einfach ein kleines Fläschchen, vielleicht sogar mit Pipette.

Sobald euch ein Insekt gestochen hat, etwas von diesem «Insektengold» auf die Einstichstelle träufeln oder mit einem Wattestäbchen auftragen. Nicht reiben, das würde nur den Juckreiz befeuern.

Bei mir wirkt die Tinktur immer sehr gut, die Schmerzen und vor allem der lästige Juckreiz verschwinden ziemlich schnell.

Falls ihr unterwegs seid und beispielsweise auf einer Wanderung gestochen werdet, könnt ihr ebenfalls nach dem Wegerich Ausschau halten. Nehmt ein Blatt, zerkaut es im Mund oder zerquetscht es mit den Fingern, danach presst ihr den Pflanzenbrei auf die Insektenstichwunde. Da der Spitzwegerich desinfizierende, entzündungshemmende und schmerzlindernde Eigenschaften hat, eignet er sich wunderbar für die Behandlung von Wunden.

Ihr könnt auf alle Wegericharten zurückgreifen. Auf dieser Tafel seht ihr a) den Mittleren Wegerich (Plantago media), b) den Spitzwegerich (Plantago lanceolata) und c) den Breitwegerich (Plantago major).

Auch Maria Treben, die Grosse Kräuterkundige aus Österreich schwärmte von der Heilpflanze Wegerich in ihrem bekannten Werk «Gesundheit aus der Apotheke Gottes».

Für die Blätterauflage zerwalkt sie die frisch gewaschenen Wegerichblätter auf einem Brett mit einem Nudelwalker zu Brei. Dieser soll nicht nur bei Biss- und Stichwunden, Blasen vom wandern und allen Arten von Wunden – auch ältere – eine sehr gute Wirkung haben, sondern insbesondere auch bei offenen Füssen. Maria Treben fügt noch ein hübsches Wegerichgedicht an:

«Und du, Wegerich,

Mutter der Pflanzen,

offen nach Osten,

mächtig im Innern:

Über dich knarren Wagen,

über dich ritten Frauen,

über dich ritten Bräute,

über dich schnaubten Farren.

Allen widerstandest du

und setztest dich entgegen.

So widerstehe auch dem Gift

und der Ansteckung

und dem Übel,

das über das Land dahinfährt!»

Diese Zeilen entstammen gemäss Treben einem angelsächsischen Heilsegen, der neun Pflanzen anruft. Er befindet sich in einer Handschrift, vermutlich aus dem 11. Jahrhundert, und spricht auch den Wegerich an.

Draussen giesst es wie mit Kübeln vom Himmel herab, zumindest jetzt herrscht grad kein Mückenflugwetter.

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