Die Sprosse von Riesen-Schachtelhalm und Acker-Schachtelhalm

Obwohl es sich beim Standort um eine sumpfige Wiese in einer Waldlichtung gehandelt hat, seht ihr auf diesem Bild nicht etwa einen giftigen Sumpf-Schachtelhalm, sondern den fertilen Spross des Riesen-Schachtelhalms (Equisetum telmateia) wie er bei uns in den Wäldern recht häufig vorkommt.

Neben den fertilen (fruchtbaren) Sprossen, gibt es auch noch die sterilen, grünen Sprosse.

Dieses Bild stammt vom 9. Mai 2025 und zeigt einen grünen, sterilen (unfruchtbaren) Trieb des Riesen-Schachtelhalms. Die grünen Sommertriebe erreichen stattliche Wuchshöhen von 40 – 150, selten sogar bis 200 Zentimetern. Die Stängel sind weisslich/elfenbeinfarben. Ihr seht davon ein Bild in der Galerie.

Der Riesen-Schachtelhalm (Equisetum telmateia) bevorzugt wie auch der Sumpf-Schachtelhalm (E. palustre) feuchte Standorte. Beim giftigen Sumpf-Schachtelhalm unterscheiden sich jedoch die fertilen nicht von den sterilen Trieben, beide Stängel sehen gleich aus.

Da ähnelt auf diesem Bild der fertile Stängel des Acker-Schachtelhalms (E. arvense) demjenigen des Riesen-Schachtelhalms (E. telmateia) schon eher, ABER: Der fertile Stängel ist weniger hoch (5-20 cm) als derjenige des Riesen-Schachtelhalms (20-50 cm). Bei beiden sterben die fertilen Stängel nach der Sporenreife ab.

Als sogenannte Gefäßsporenpflanzen vermehren sich die Schachtelhalme wie die Farne, über Sporen. Jeweils im Frühjahr bilden sich ihre Sporentriebe.

Hier seht ihr noch den sterilen grünen Sommertrieb des bedeutend niedriger wachsenden Acker-Schachtelhalms, bei uns auch bekannt als Zinnkraut. Das kommt daher, dass er sich aufgrund der enthaltenen Kieselsäurekristalle bestens zum Reinigen von Zinngegenständen geeignet hat, aber wer trinkt heute schon noch aus Zinnbechern? – Viel eher wird er heute als Beigabe von pflanzenstärkenden Jauchen im biologischen Gartenbau angewendet, so, wie ich das mache. Ich füge der Brennnesseljauche stets ein paar Acker-Schachtelhalm-Wedel hinzu (und noch einige Beinwellblätter).

Zum Schluss ein paar Worte zum Unterscheiden vom giftigen Sumpf-Schachtelhalm:

Giftiger Sumpf-Schachtelhalm: Spross: Sporentriebe sind nicht von sterilen Sprossen getrennt. Die Sporenähre befindet sich an der Spitze des grünen, verzweigten Stängels.

Erkennungsmerkmal: Die ersten Glieder der Seitentriebe sind kürzer oder gleich lang wie die Stängelscheide. Die Astscheiden sind dunkelbraun bis schwarz.

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