Die «Ewig Schöne»: Gänseblümchen

Das Müllerblüemli, Gänseblümchen, Massliebchen, kleine «Margritli», Gansnagerl, Marienblume (Bellis perennis)

blüht das ganze Jahr über. Selbst im Winter sieht man die gelb-weissen Farbtupfer auf sonnigen Wiesenhängen, kaum ist der Schnee geschmolzen.

Sie ist DAS Blümchen für Blumenkränzchen im Haar, DIE Orakelblume (Sie liebt mich, sie liebt mich nicht….. beim Auszupfen der Blütenblätter), aber auch seit Jahrhunderten eine altbewährte Heilpflanze, was viele nicht (mehr) wissen.

Diese Woche kam eine «Kräuterfreundin» und holte bei mir Beinwellpflanzen ab, wobei sie nebenbei erwähnte, dass sie nun heimgehe und für sich eine Gänseblümchensalbe herstelle. Die Haut am Popo ihres Kleinkindes ist öfters gerötet. Da dachte ich, ich könnte doch heute mal wieder einen Beitrag über diesen vielbegabten Korbblütler schreiben, denn das Gänseblümchen ist tatsächlich auch eine altbewährte Heilpflanze.

Bellis perennis, so heisst das Gänseblümchen mit botanischem Namen, was so viel wie die «Ewig Schöne» bedeutet. Doch es ist nicht nur schön, sondern auch wegen seiner gesundheitsfördernden Wirkstoffen seit dem Mittelalter in der Volksmedizin hoch geachtet.

So wird dem zarten Pflänzchen eine «sanfte Reinigung von innen und aussen» zugesprochen, zugleich bekämpfe es von aussen Entzündungen und Unreinheiten.

In der Naturheilkunde wird das Gänseblümchen seit Jahrhunderten zudem bei Wunden, Akne und Entzündungen eingesetzt. In meiner Heilkräuterbibliothek finden sich auch Hinweise auf Anwendungen bei Neurodermitis, Ekzemen und Schuppenflechte.

Gesammelt werden Blätter und Blütenköpfe von März bis Oktober, an trockenen Tagen, noch vor dem Abend, denn bei Regen und gegen Abend schliessen sich die Blüten. Die noch jungen Blättchen, Blüten und Knospen können übrigens auch in und auf Speisen verwendet werden, sie sind essbar.

Bild links: So haben wir einst unsere Blumenkränze für aufs Haar geflochten.

Informationen über weitere Anwendungsgebiete dieser Heilpflanze und eine Auflistung von mehr als zehn Wildbienenarten (inklusive Bildern) und Schmetterlingen, die das Gänseblümchen ebenfalls schätzen, findet ihr hier: https://www.smagy.de/index.php?func=plant&task=showPlant&taskID=gaenseblume

Anleitungen zur Herstellung von Gänseblümchentinkturen, – Salben, – Ölen, oder einem Gänseblümchenhonig, etc., findet ihr im Internet oder natürlich in Heilpflanzenbüchern. Es gibt übrigens noch eine ganze A4-Seite von weiteren Volksnamen für dieses allseits bekannte Blümchen. Nachfolgend ein amüsanter Auszug aus Wikipedia:

«Darüber hinaus bestehen bzw. bestanden für die Pflanzenart, zum Teil auch nur regional, die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen: Angeblümlein (Schlesien, Schwaben), Angerblume (Tübingen), Baumbüllichen, Klein Beinwellen (althochdeutsch), Brinkblome (niederdeutsch), Buntblümlein (Schwaben), Buntblume (Memmingen), Chatzablüomli (Oberrheintal, Untertoggenburg), Dusendschön (Holstein, gefüllte Variante), Fentjeblöme (Ostfriesland), Fenneblome (Ostfriesland), Weiß Frueblümlein (Schlesien), Frühblume (Sachsen), Gänsblümel (Eichstädt), Gänsblümlein (Schlesien bei Lauban, Glogau), Gänsblümchen (Graubünden), Gaisblüomli (St. Gallen am Rhein und bei Werdenberg), Gänseblumme (Rheinhessen), Gänsegisseli (Entlibuch), Gänsegisserli (Entlibuch), Gartenbürstli (Luzern, Bern, gefüllte Variante), Gasbluoma (St. Gallen bei Werdenberg), Gaseblaume (Göttingen), Geissblümli (Zürich), Geisgisseli (Aargau), Gichtkraut, Glotzblume (Hessen, gefüllte Variante), Gönsekraut (Göttingen), Grasblume, Herzblümle (Henneberg, gefüllte Variante), Höppesli (Schaffhausen, gefüllte Variante), Johannisblümli (Graubünden bei Laas), Käsblüomli (St. Gallen am Oberrhein und bei Werdenberg), Kattenblome (Steding, Delmenhorst), Kirschblümchen, Klawer Blömnik (Helgoland), Konradsblume (Halle, gefüllte Variante), Konrädchen (Hessen, gefüllte Variante), Liebesblümle (Henneberg, gefüllte Variante), Maddelencesblümle (Eifel bei Daun), Maddeseblümchen (Eifel bei Altenahr), Madlinblee, Mädchensblume (Eifel bei Dreis), Märschblom (Altmark), Magdalenenblümchen (Eifel bei Daun), Magdelief (Hamburg), Magdlieben, Maiblome (Butjadingen, gefüllte Variante), Maijenblome (Bremen), Maisüsschen (Graubünden), Maliescher (Eifel bei Ulmen), Maltevkes (Ostfriesland, gefüllte Variante), Maneablüamli (St. Gallen in Obertoggenburg), Margarethel (Schwaben), Margarethenklomel (Schlesien), Margarithesblume (Eifel bei Gillenfeld und Gerolstein), Margenblaume (Göttingen, Osnabrück), Margritli (Bern), Marjen, Marienblome (Münsterland, Unterweser), Marjenblome (Oldenburg, Osnabrück), Marienblomekens, Marienblömchen (Westfalen, Thüringen, Helgoland), Marienblümlein (Schwaben), Marienblume (Ostpreußen, Pommern, Hamburg), Marienblümel (Schlesien), Marienkrönchen, Markblomen (Schleswig-Holstein), Marlblom (Mecklenburg, Schleswig-Holstein), Marlevkes (Ostfriesland, gefüllte Variante), Massblümlein, Masslibigen, Masslieben, Masslieblein, Massüsselen (Speyer), Matzelieschen (Nürburg, Eifel), Meargenbläumchen (Grafschaft Mark), Merginblum (mittelhochdeutsch), Miärgenblaume (Halingen), Mojleefkis (Ostfriesland), Monale (Tirol), Monatbleaml (Salzburg), Monatblüamli (Glarus, St. Gallen, Graubünden, gefüllte Variante), Monatblümlein (Augsburg), Monatblum (gefüllte Variante), Monaterle (Augsburg), Monatlen (Tirol bei Brixen), Mosslieb, Mühleblümli (Glarus), Mühlebürstli (Luzern, gefüllte Variante), Mülinblümlin, Müllenblumen, Mühliblüamli (St. Gallen, Graubünden), Müllerblüamli (St. Gallen, Graubünden, gefüllte Variante), Osterblümel (Schlesien), Osterblumen, Palmblumen, Ringelrösslein (Erzgebirge), Rockerl (Steiermark), Ruckerl (Steiermark), Sametblümli (Luzern, gefüllte Variante), Schweizgerlar (Zillertal), Sommerrösslin (Erzgebirge), Sommerthierlein (Schlesien), Tausendschintscher (Siebenbürgen, gefüllte Variante), Tausendschönchen (Luzern, gefüllte Variante), Wandeleien (Sachsen), Wasenblümli (Luzern), Wiesali (St. Gallen bei Sargans), Winterkrönchen, Zeitlösslin (Westrich), Zeitlose (Graubünden) und Zytlosenkrut

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