Nach vielen, langen Wochen von Schnee und vor allem Nebel, Kälte und am Schluss noch jede Menge Regen, zeigt sich nun endlich die Sonne. Und mit der langersehnten Sonne stieg die Wärme von 2° (vor einer Woche) schnurstracks hinauf auf 17°.
Das hat nicht nur die Menschen hinter dem Ofen hervorgelockt, sondern sehr vieles was summt, kriecht, flattert und brummt. Darunter sogar eine riesige Wespenkönigin, die gestern auf dem Vorplatz herumgekrochen ist.
Diese, fast 2 cm grosse Deutsche Wespenkönigin (Vespula germanica) kroch gestern plötzlich zu meinem Füssen auf dem Vorplatz herum, sie wirkte nach der langen Zeit der Ruhe noch etwas schlapp und konnte auch (noch) nicht fliegen. Die warmen Temperaturen haben sie wohl aus der Winterstarre «erwachen» lassen.


Auf diesen Krokussen unter dem Nussbaum, tummeln sich zur Zeit sehr viele Bienen. Unglaublich viele Bienen sogar, sie machen sich die Blüten streitig, wie ihr im Video zu Beginn feststellen könnt. Das kommt daher, dass es aufgrund der Nässe und Kälte in den letzten Wochen noch sehr wenig blüht. Selbst unsere Weidenkätzchen und die Kornelkirschen, also die grössten Bienenweiden im Garten, blühen noch nicht. Und so stürzen sich alle auf die ersten wenigen Nektarquellen.
Mit grosser Freude entdeckte ich diese Woche den Bärlauch, der sich hinter unserem Gartenschuppen zwischen dem Wurmfarn emporkämpft. Das freut mich riesig, ab jetzt nämlich gibt es ausser Süßspeisen wieder kein Gericht mehr, ohne Bärlauch, ob in Saucen, Suppen, Salat oder Gemüsegerichten. Da uns jedoch der Fuchs fast jede Nacht einen Besuch abstattet, muss ich ihn gut waschen. Das ist keine übertriebene Vorsichtsmassnahme, ich wasche alle Wildkräuter sehr gut, denn wir hatten in unserer Gemeinde bereits mehrere schwere Erkrankungen von Menschen an Fuchsbandwurm. Das muss man ernst nehmen.


Auf der Südseite grenzt mein Garten an einen stark begangenen Spazierweg, insbesondere viele Mütter mit ihren Kindern flanieren hier vorbei. Und für sie dekoriere ich den Garten stets der Saison entsprechend, halte immer wieder neue Überraschungen bereit, die sie entdecken können. Alles Dekomaterial – wie diesen Blechhasen – hole ich aus dem Brockenhaus (Gebrauchtwarenladen). Weil die Leute fast jedes Jahr neues Dekozeugs kaufen, wird es bereits nach ein, zwei Jahren wieder entsorgt. Immerhin werfen es nicht alle in den Müll, sondern bringen es ins Brockenhaus, wo es anderen eine Freude bereitet – Menschen wie mir.
Es erfüllt mich immer mit grosser Freude, wenn ich Kinder ganz aufgeregt sagen höre: «Mami, Mami, schau mal!» Und noch mehr freut es mich, wenn die Mütter sich Zeit nehmen und die Entdeckung der Kinder ebenfalls ansehen und vielleicht noch etwas dazu sagen. Hingegen schmerzt es mich sehr, wenn die Kinder dann einfach genervt mit der einen Hand der Mutter weitergezogen werden, denn in der anderen Hand hälts sie das Handy – Telefon, Homeoffice, was auch immer. Das tut mir wirklich weh und es kommt leider sehr häufig vor.


Mein «Gartenwächter» schläft mal wieder, na ja, hat ja auch nicht viel zu tun. Menschen, die es nicht gut mit mir meinen, mir nicht wohlgesinnt sind, die «verirren» sich kaum in mein Refugium. Dafür sorgt schon mal meine «Auslese». Je älter man wird, desto wichtiger ist es, dass man sich schützt, es gibt so vieles, das einem Lebenskraft abziehen kann.
A propos Lebenskraft: Nun «frisches Gemüse» aus dem Garten kann ich hier wohl nicht mehr schreiben, aber noch immer sehr schmackhaftes, knackiges Gemüse aus dem Garten, frisch aus dem Keller geerntet: Hokkaido-Kürbisse und Zucchetti. Das gibt noch ein paar feine Suppen. Heute zum Beispiel eine Kürbissuppe mit Bärlauch.


Ich wünsche euch allen von Herzen einen wunderschönen Frühlingstag, mögen seine Sonne und Wärme bis tief in eure Herzen gelangen.
Gaby Kistler