
Heute erfolgt die Ankunft des ersten der drei «Atzis» (Eisheiligen): Pankratius. Stilgerecht begleitet von Sturmwind und Schnee bis in tiefe Lagen.
Einige zählen den gestrigen Tag, Mamertus, auch zu den Eisheiligen, doch die gefürchtetsten unter den Wetterherren und Wetterfrauen, sind seit jeher die folgenden drei Eismänner:
12. Mai: Pankratius / 13. Mai: Servatius, 14. Mai: Bonifatius
Zu guter Letzt kommt am 15. Mai noch die «Kalte Sophie», wobei besonders die «nasse Sophie» gefürchtet war: Regnete es an diesem Tag, sollte es 40 Tage Niederschlag geben, so eine alte Bauernregel.
Die Eisheiligen galten als «heimtückische Nachhut des verjagten Winters», denn sie brachten oft Frost mit sich. Zu dieser Zeit im Jahr, kann er in Blüte stehende Obstbäume, Rebenblüten, frostempfindliche Pflanzen im Allgemeinen, nachhaltig schädigen.
Also gab man den Bauern einst Signale in Form von Schüssen oder Glockengeläut. Diese sollten sie dazu veranlassen, schützende Gegenmassen zu ergreifen. Zum Beispiel in der Steiermark, dem Südtirol und Salzburg, wo vor Frostnächten das «Reifbrennen» erfolgte. Dabei liess man das Feuer langsam schwelen. Der dabei entstandene, dichte Rauch hüllte die Blüten ein und schützte sie vor dem Frost.
Auch heutzutage werden im Wein- und Obstanbau Massnahmen ergriffen: Frostkerzen (auch Raureifkerzen genannt) werden in den Obstanlagen aufgestellt. Ihre Flammen vermögen die Temperaturen in den Kulturen etwas zu erhöhen. Aber – man mag es kaum glauben – auch Eis wird gegen drohende Frostschäden eingesetzt:
«Eis schützt Pflanzen durch Frostschutzberegnung vor dem Erfrieren, indem kontinuierlich Wasser durch feine Sprinkler auf Blüten und Knospen gesprüht wird. Wasser setzt beim Gefrieren Wärme frei. Diese sogenannte Gefrierwärme hält die Temperatur an den Blüten stabil bei etwa null Grad. Um die Blüten bildet sich eine schützende Eisschicht.» (SRF)
Noch zu meines Grossvaters Zeiten warteten Gärtner aus Tradition mit dem Auspflanzen frostempfindlicher Pflanzen, bis die Eisheiligen (manchmal auch als die «drei Gestrengen“ oder „Eismänner“ bezeichnet) vorüber waren. In den letzten Jahrzehnten gab es klimabedingt immer mehr Abweichungen und die Eisheiligen liessen sich häufig Mitte Mai nicht mehr blicken. Die Folge war, dass die Leute im Garten immer mutiger wurden und Tomaten und Gurken sogar bereits anfangs April auspflanzten.
Dieses Jahr aber, da haben es uns die Eismänner wieder mal so richtig gezeigt und bringen uns Schnee (heute um 7 Uhr lag Schnee auf den Wiesen vor meiner Haustüre). Neinei, so schnell geben die frostigen «Gestrengen» ihr Zepter nicht aus der Hand, das zeigen sie uns in diesem Jahr mit aller Deutlichkeit, mit ihnen ist noch immer zu rechnen.
Nun gehe ich in den Garten, frostempfindliche Pflanzen mit Vlies schützen, denn in der Nacht auf Morgen (Servatius) ist Frost angesagt. Leider sehen die Aussichten auch für die Kalte Sophie nicht gut aus (viel Regen). Da hoffe ich doch mal, dass die Bauernregel nicht eintrifft und ihr keine 40 Tage Regen folgen.