Die eigenwillige Kuckucks-Lichtnelke

Sie zählt für mich zu den schönsten Leimkräutern (Silene): Die Kuckucks-Lichtnelke (Silene flos-cuculi).

Aber auch die anderen Vertreter dieser Gattung sind sehr schön. Einige von ihnen zeigen Metallvorkommen an.

Die Kuckucks-Lichtnelke kümmert sich einen Deut um das, was in den Botanikbüchern über sie geschrieben steht.

So wächst bei uns die mehrjährige Wildpflanze nicht – wie so oft geschrieben wird – in feuchten Wiesen. Bei uns wächst sie Jahr für Jahr in diesem trockenen, sonnigen Südhang.

Auch über die «ordentliche» Blütezeit (Mai bis August) setzt sie sich Jahr für Jahr deutlich hinweg. So stammt ein Bild in der Galerie von anfangs November!

Die Kuckucks-Lichtnelke (Silene flos-cuculi) sieht für mich ein wenig wie eine zerzauste Rote Lichtnelke (Silene diocia) aus. Beide Arten findet man von der Talebene bis hinauf in die Bergregionen.

Weitere bekannte Leimkräuter (Silene) sind neben der erwähnten Roten Lichtnelke auch das Taubenkropf-Leimkraut (S. vulgaris/Klatschnägeli) und die Weisse Lichtnelke (S. pratensis). Nur dem Berggänger zeigt sich das wunderschöne Stängellose Leimkraut (Silene acaulis), auch bekannt als Kalk-Polsternelke. Ihr findet von allen erwähnten Arten Bilder in der Galerie

Bei den Leimkräutern (Silene) handelt es sich um eine sehr artenreiche Gattung aus der Pflanzenfamilie der Nelkengewächse.

Interessant: Einige Arten sind bekannt dafür, dass sie Metallvorkommen anzeigen und gelten somit als Metall-Zeigerpflanzen. Sie sind nämlich in der Lage, grössere Mengen an Schwermetallen aufzunehmen (Cadmium, Kobalt, Zink, Quecksilber).

Während buntfarbige Leimkräuterarten tagsüber von Tagfaltern bestäubt werden, erhält beispielsweise die Weisse Lichtnelke Besuch von Nachtfaltern.

Noch ein Wort zur Namensherkunft der Kuckucks-Lichtnelke:

Der Volksmund bezeichnet eine ganze Reihe von Pflanzen mit dem Namenszusatz «Kuckuck». Bei allen gibt es einen Zusammenhang von Blütezeit und dem gleichzeitigen Ruf des Kuckucks (Mai-Juni), sowie dem Vorkommen von «Kuckucksspeichel». Das ist ein Nest aus Schaum, in dem die Larven von Schaumzikaden leben. Auch die Kuckucks-Lichtnelke beginnt ja mit den ersten Blüten bereits in dieser Zeit des Kuckucksrufs.

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